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Was hier geschrieben wird, kann man, muß man aber nicht lesen. Keine Sätze für die Ewigkeit, nicht für die            

Nachgeborenen, erst recht nichts für`s Geschichtsbuch. Muß auch nicht jedem gefallen. Wer sich darüber aufregt, hat selber schuld. Wer Ordnung in den Texten sucht, wird vergeblich suchen. Chaotisch? Ganz gewiß, mehr intuitiv, einfach so hingeschrieben, was die grauen Zellen gerade bewegt, nicht selten aus dem Bauch heraus, was bekanntlich im allgemeinen Leben nicht immer zu guten Ergebnissen führen muß, ganz allgemein mal angemerkt.

Die Welt an sich, ob Mikrokosmos oder das große Ding, ist unerschöpflicher Nachrichtenlieferant und Ideengeber ...

Montag, 26.06.17

Ja, es geht ja schon weiter, werde mich bessern, auch der Blogger muß mal pausieren.

 

Die meisten fluten an ihr vorüber, sie steht abseits der vorüberströmenden Menschen. Silberfarben von Kopf bis Fuß. Jedes Jahr zu diesem Volksfest ist sie dort, steht erhöht auf einem Podest, einen Korb mit Äpfeln in der einen, einen einzelnen Apfel in der anderen Hand. Still, stumm, fast bewegungslos. Wird ein Geldstück abgelegt, erwacht sie zum Leben, ganz wenig nur, ein hauchfeines Lächeln, ein kaum merkliches Kopfneigen, dann erstarrt sie wieder zur Statue. Irgendwie geht etwas Geheimnisvolles von ihr aus. Man sollte es nicht auflösen, dieses Geheimnis, das ihr innewohnt.

Mittwoch, 21.06.17

Der 100%-Kanditat rutscht ab, nach einer kaum zu begreifenden Hausse folgt nun eine ebenso wenig rational nachvollziehbare Baisse. Der Wähler entpuppt sich als immer schwerer auszurechnender Faktor. Auch Änderungen in seiner Strategie, in seinem politischen Programm verfangen nicht richtig, führen noch nicht zu einer nennenswerten Trendwende im Niedergang. Für einen Wechsel des Pferdes ist es zu spät, die Kutsche schlingert bereits im reißenden Fluß. 

Dienstag, 20.06.17

Die Hitze, der Strandaufenthalt, die Sauna, sie alle zeigen es her, und es soll ja auch gezeigt und vor allem gesehen werden. Tatoos, Tätowierungen, Mann wie Frau, fast kein Körperteil ist tabu, beliebt bei der Weiblichkeit das "Arschgeweih". Ist wohl eher gender-kontraproduktiv, stört die Trägerinnen offensichtlich nicht. Auch nicht die Obszönität, die exhibitionistische Botschaft, die mancher darin zu erkennen glaubt.



Montag, 19.06.17

Marx und Engels werden, so sieht es aus, am Ende doch recht behalten mit ihrer These von der Diktatur des Proletariats. Sie werden immer mehr. Sie müssen sich nur auf sich selbst und Ihresgleichen besinnen und beginnen, Kanditaten aus ihrer Mitte zu wählen. Die schiere Zahl wird´s richten.

Sonntag, 18.06.17

Das kleine Glück am Rande. Schäufelchen und Eimerchen genügen. Die Welt ringsum existiert nicht mehr, obwohl aufmerksame, behütende Augen das kleine Wesen nicht aus den Augen lassen. Keine Eitelkeiten, keinen Sinn fürs Aussehen, für die Farbe des Badeanzugs, für den Haarschopf, der wuschelig ins Gesichtchen hängt. Was zählt, sind der Sand, die Wellen, die unablässig um die Knie und Füßchen spülen, mitunter einen Angriff auf die kleinen sandigen Phantasiegebilde wagen, die immer wieder aufs neue aufgeschichtet werden.

Samstag, 17.06.17

Wieder ist ein Großer der deutschen Politik abgetreten. Helmut Kohl ist tot. Da fallen einem noch gleich weitere Namen ein, die uns in letzter Zeit verließen: Roman Herzog, Walter Scheel, Henning Voscherau, Hildegard Hamm-Brücher. Auch noch nicht so lange her: Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker. Hans-Dietrich Genscher ...

Einer aus diesen Jahrgangsreihen sagte einmal unprätentiös, nun seien sie an der Reihe mit dem Sterben.


Freitag, 16.06.17

Es gibt sie noch, junge Männer, die durch ihr Auftreten auffallen. Positiv, was heutzutage nicht selbstverständlich ist. Kein Smartphone vor der Nase (das sie sicherlich in der Tasche mitführen, klar, der Blogger hat´s  auch dabei). Man trifft zufällig aufeinander, fast gegeneinander im Gewühl hinter der Supermarktkasse. Lächeln kommt auf, ein Gespräch kommt in Gang, erst zwei, dann drei von der Heranwachsendenfraktion stehen im Halbrund dem "Erwachsenen" gegenüber. Gymnasiasten der nahen Schule, es ist Pause, noch knapp zwei Jahre bis zum Abitur, damals hieß das Obersekunda. Gesprächsdisziplin, Augenkontakt, ganze Sätze, wohlüberlegte Worte, interessante Themen. Höfliches Verabschieden, weil die Pause zu Ende geht. Sie hatten Eis erstanden, eine Packung mit 6 Portionen für je 25 Cent.

Donnerstag, 15.06.17

Die "68er" sind momentan wieder mal im Gespräch. Was haben sie eigentlich bewirkt, was sich nicht auch ohne sie auf normalem Wege zu dem entwickelt hätte, was wir heute haben. Eben nur ohne uniforme Klamotten.Ohne Gewalt gegen Sachen und Personen. Ohne RAF und deren Untaten. Der Schah und Benno Ohnesorg sollen das Zündfaß zur Explosion gebracht haben damals. Was aus Persien, heute Iran, dann wurde, ist bekannt.

Mittwoch, 14.06.17

"Doku" auf "Arte" gestern. Merkels Entscheidung im Herbst 2015, die Grenzen zu öffnen. Unkontrollierter Zuzug von Flüchtlingen, Einwanderern, Asylsuchenden in Millionenhöhe. Ein Akt der Humanität, sagen die einen; eine dramatische Fehlentscheidung, die Deutschland für immer verändern wird, sagen die anderen. Selbst in seriösen Medien beginnen Absetzbewegungen  einstiger Unterstützer der Kanzlerin.

 


Dienstag, 13.06.17

Die Internationale Atomenergiebehörde meldet, daß er zur Zeit 449 Atomreaktoren auf der Erde gibt, verteilt auf 30 Staaten. Davon seien 20 in den letzten zwei Jahren neu ans Netz gegangen. 60 weitere Reaktoren seien zur Zeit im Bau. In Deutschland werden die letzten Atomkraftwerke 2022 stillgelegt. 

Deutschland unbeirrt, die anderen irren? Oder umgekehrt?

Montag, 12.06.17

Heftiger Streit brandet um Schädlingsbekämpfungsmittel in der Landwirtschaft, um Saatgutveränderungen, um Genveränderungen an Pflanzen. Die Gegner befürchten Nachteile durch Trinkwasserverseuchung, durch Krankheitsverursachung, an erster Stelle Krebs. Die Befürworter weisen darauf hin, daß die Menschheit unter Berücksichtigung der nach wie vor stark zunehmenden Erdbevölkerung und unveränderter Beibehaltung der derzeitigen landwirtschaftlichen Produktionsweise in absehbarer Zeit nicht mehr zu ernähren sein wird.

Montag, 12.06.17

Ein sogenannter Öko-Bauer mit zu bewirtschaftendem Land mittlerer Größenordnung könnte - so ist zu hören - ungefähr hundert bis hundertzwanzig Durchschnittsfamilien versorgen. Er braucht dafür viel Land, denn gedüngt wird nur mit natürlichem Dünger, und den produzieren Tiere, die vorwiegend Gras fressen, das wiederum Land beansprucht, das damit für die Nahrungsmittelproduktion entfällt. Das Weidevieh verursacht einen beträchtlichen Teil des Treibhausgases, das zur Erderwärmung beiträgt. Mit Öko-Landwirtschaft läßt sich, das ist unschwer überschläglich zu schlußfolgern, bei 80 Millionen Einwohnern ein Land von der Fläche Deutschlands nicht ernähren.


Sonntag, 11.06.17

Großes Juhu am Badestrand, zum ersten Mal in die - brrrr.... noch so kalten - Fluten. Wiedererkennen nach einem Jahr, der Einheimische mit ein paar Ferien- bzw. Wochenendgästen, die auf dem nahen Campingplatz wohnen. Seit ein paar Jahren. Es gibt sie wohl noch, die anlaßlose, planlose Freundlichkeit und Zugewandtheit. Nur Vornamen, mehr ist nicht wichtig. Der Sommer beginnt erst noch, man wird sich nun öfter begegnen am Strand.

Samstag, 10.06.17

Die Staatslenker, die maßgeblichen Politiker werden immer jünger. Kurz in Österreich, Macron in Frankreich, Trudeau in Kanada, Rutte in Holland ... nach weiteren sucht der Autor jetzt nicht.

Fehlende Erfahrung? Vielleicht nur weniger Schubladen mit Vorurteilen, die von den Älteren gerne mit Erfahrung verwechselt werden.

Freitag, 09.06.17

David gegen Goliath, Küstenseeschwalbe gegen Sturmmöwe. Der Kampf tobt über den Flachdächern, auf denen bislang die Möwen unangefochten dominierten. Bis die Winzlinge auftauchten, das Terrain für die eigene Nachwuchsaufzucht für sehr geeignet befanden und seitdem wie Kampfflugzeuge aufsteigen, sobald sich eine der großen Möwen zeigt. Das Duell ist einseitig, die Möwen fliehen vor den flinken, aggressiven Flugkünstlern, die mit schrillen Schreien furchtlos voll auf Attacke setzen, verstehen ihre bisher sorgenfreie (Möwen-)Welt nicht mehr. 


Donnerstag, 08.06.17

Jazz, Dixiland-Jazz, New-Orleans-Jazz, am frühen Abend. Die Musiker nicht mehr taufrisch, das Publikum ebenso nicht. Graue Haare, wenige Haare, keine Haare, was die Männer angeht. Wippende Füße überall an den Tischen, die Finger simulieren Schlagzeugvarianten auf der Tischplatte. Jüngere Leute kaum oder handverlesen. Aktive wie Passive dieser Musik finden bei den Jungen keine Anhänger. 

Mittwoch, 07.06.17

Der Spielplatz ist meist verwaist. Riesengroß, eine durchaus gepflegte Rasenfläche, zwei Fußballtore, an einer Seite anderes Spielgerät, Schaukel, Sandkiste, Rutsche. Keine Häuser unmittelbar angrenzend, in denen Leute sich gestört fühlen könnten durch die Laute, die Kinder nun mal beim Spielen machen. Wo stecken die Kinder, wichtiger noch, wo stecken die Eltern, Großeltern? Es geht um Samstage, Sonntage, Feiertage, keine Schule, kein Kindergarten, keine Kita.

Dienstag, 06.06.17

Wenn der Mensch mehr an die Vergangenheit denkt als an die Jahre, die wahrscheinlich noch vor ihm liegen, wird er alt, sagt der Volksmund. Oder - kein Volksmund - wenn er sich darin sonnt, von den Enkeln Opa oder Oma gerufen zu werden.


Montag, 05.06.17

Tolles Wetter, Strandwetter, viele am Wasser, mit Kindern, Ball, Eimer und Schaufel, Liegematten, was so alles dazugehört. Im Sommerhalbjahr gilt Hundeverbot. Doch nicht wenige Hundebesitzer stört das nicht, sie bringen ihre Vierbeiner mit, nicht mal immer an der Leine. Auf Ansprache reagieren sie nicht oder unwirsch bis drohend. Die Aufsichtsbehörde kontrolliert nicht. Nur rd. 3 % der Einwohner haben einen Hund. Minderheitenschutz geht vor Mehrheitenschutz.

Sonntag, 04.06.17

Ja doch, ich schreibe ja wieder etwas, ob noch heute ein zweites Mal, weiß ich nicht. Wußte ja nicht, daß doch mehr Leute als angenommen den Blogg hier lesen und längere Verschnaufpausen mit Aktivitätsaufforderungen quittieren.

Sonntag, 04.06.17

Das Mädchen ist noch keine zehn Jahre alt, trägt eine "destroyed" Jeans. Der Vater dahinter, Blick aufs Smartphone; Töchterchen hat noch keins, doch wie es weitergeht, ist unschwer vorherzusagen. 


Samstag, 03.06.17

Die Gymnasien produzieren immer mehr Abiturienten, Inflation an guten Noten, die Anforderungen werden systematisch abgesenkt, damit möglichst viele das Abitur schaffen. Viele sind nicht studierfähig, 30 %, so die letzte Meldung, brechen ihr Studium ab. Was wird aus ihnen? Für Handwerksberufe sind sie verbrannt, sie fühlen sich zu Höherem berufen, finden aber kaum einen adäquaten Job. 

Freitag, 02.06.17

Nun ist die Zeit wieder da. Männer mit kurzärmeligen Hemdchen und kurzen Hosen. Blondbehaart geht ja noch, doch wenn`s ein schwarzer Pelz ist, wird´s unästhetisch, unappetitlich. Sehen die meisten Herren natürlich anders, halten es für den Ausdruck von Männlichkeit. Schauen beleidigt, wenn man ihnen, sobald sie auf einem Sitzmöbel platznehmen wollen, eine Decke unterschiebt. Nie davon gehört, daß Haut fettet, das Haare ausgehen.

Donnerstag, 01.06.17

Die Gehälter der ARD-Intendanten sind veröffentlicht worden. Von einer viertel Million bis zu einer fast halben Million im Jahr reicht die Skala. Nichts gegen einzuwenden, wirkt nur manchmal komisch, wenn mancher aus ihrer Runde sich als Anwalt der kleinen Leute gefällt.


Mittwoch, 31.05.17

Überall kehrt Routine ein, Automatismen, auch im Krankenhaus. Die Beschäftigten, ob ärztlich unterwegs, pflegerisch, verwaltend, es ist ihre Arbeit. Jeden Tag. Sie können nicht mitleiden mit denen, die bangen Herzens und bangen Gesichts am Empfangstresen stehen. Nicht wissen, was mit ihnen geschieht, was auf sie zukommt. "Gesundheitskasse" nennt sich eine der Kassen. Die hier ankommen, sind nicht gesund, sonst kämen sie nicht her.

Montag, 29.05.17

Letzte Woche ereignete sich ein tragischer Unglücksfall. Bei einer Hochzeits-Nachfeier am Strand ertrank der Bräutigam, die großangelegte Rettungsaktion mißlang. Die Lokalzeitung meldete es am nächsten Tag. Von einer großen Gästeschar am Strand war die Rede, von zahlreichen Angehörigen einer orientalischen Ethnie. Das lokale Fernsehen meldete nichts darüber, die Zeitung schweigt seit der Erstmeldung. Nicht so wichtig?

Sonntag, 28.05.17

Geburtstagsfeier in der Nähe, draußen, das Wetter ist danach.

George Bernard Shaw: "Nur ein Narr feiert, daß er älter wird." Das bekümmert niemand, jetzt und heute sind angesagt. Dabei war´s nicht mal ein "runder".


Mittwoch, 24.05.17

Wieder ein Terroranschlag, dieses Mal in England. Der IS bekannte sich dazu. Warum hat der muslimische Terror vornehmlich Europa, die westliche Welt seit einigen Jahren so ausgesucht im Visier? Könnte es sein, daß der Westen selbst die Ursachen dafür geliefert hat und weiter liefert? Indem er seit Jahrzehnten versucht, den Orient erneut zu missionieren? Ihm seine Lebensweise, seine Denkungsart aufzunötigen? Vielleicht wollen diese Länder keine Demokratie westlichen Musters, sind noch nicht reif dafür, vielleicht wollen sie keine Glaubenslosigkeit, wie sie den Westen mehr und mehr prägt, keine westlichen Werte, die zu suchen und zu benennen immer schwieriger wird. Irak, Libyen, Syrien stehen nur beispielhaft für die eigenmächtige Einmischung des Westens in Angelegenheiten anderer Staaten und Weltanschauungen. Der Terror gegen den Westen könnte eine Antwort darauf sein.

Dienstag, 23.05.17

Artikel 21 Grundgesetz: Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Die Praxis sieht anders aus. Einzig allein die Parteien bestimmen die Politik des Landes und das ziemlich abgehoben und beängstigend volksfern oft. Von Protagonisten initiert, die immer häufiger den Lebenslauf -->Hörsaal-->Partei-->politisches Amt aufweisen, den gemeinen Wähler eher argwöhnisch und als beeinflußbare Masse betrachten.

Montag, 22.05.17

Noch immer herrscht nach der Wahl bei den Parteien Wahlkampfmodus. Wer mit wem, mit wem überhaupt nicht, Sympathie und Antipathie weit und breit. Sachlichkeit steht hintan. Freund-Feind-Denken allerorten. Dabei sind es allesamt zugelassene Parteien, also Parteien, die ein Programm vertreten, an dem die Verfassunghüter nichts auszusetzen haben. Selbst Neuwahlen sind nicht ausgeschlossen. Partei- und  Politikverdrossenheit haben einen guten Nährboden.


Sonntag, 21.05.17

Immer mehr Alleinlebende, verwitwet, geschieden, zahlreiche Männer darunter, zumeist jenseits der sechzig oder noch älter. Sie sind kaum draußen, wenige bis keine Hobbies. Lesen, außer der Tageszeitung und der Apothekenrundschau, ist nicht angesagt, das ist ihren Äußerungen zu entnehmen. Wie verläuft ihr Tag, was machen sie in den einsamen Wohnungen. Fernsehen? Vor dem Computer sitzen, den sie halbwegs, soweit keine Probleme damit auftreten, bedienen können? Nährboden für allerlei absonderliche Angewohnheiten und neue Thesen, wie die Welt auszusehen hätte, wenn´s nach ihnen ginge?

Freitag, 19.05.17

Noch immer schlägt die Landtagswahl hohe Wellen. In einer Gesprächsrunde im Radio geht es auch um das politische Personal. Eine Frau stellt die Frage nach der Qualifikation des politischen Personals, das in die Ämter drängt. Wahrlich eine berechtigte Frage. In der Wirtschaft wird man normalerweise, jedenfalls auf Dauer, nur etwas, wenn man eine für die Tätigkeit geforderte Qualifikation nicht nur nachweist, sondern auch ersichtlich unter Beweis stellt. Im politischen Geschäft ist das anders, da können Parteizugehörigkeit und -treue, Kärnerarbeit an der Basis und bis zur Selbstverleugnung reichende Loyalität bereits das Sprungbrett für höhere Berufungen bilden. Die Selektion durch Erfolg oder Mißerfolg greift, wenn überhaupt, meist nur zögerlich oder erst dann, wenn bereits gravierende Mängel zu beklagen sind.

Donnerstag, 18.05.17

Vorwiegend Ältere in der Sauna, die einzige Frau führt das Wort, in der Stille besonders gut zu vernehmen. Nicht immer ist die Sauna ein Ort der Stille, auch vor dem wörtlich so benannten Ruheraum macht der Redefluß nicht halt. Aber dafür eine Sauna zuhause einrichten?



Dienstag, 02.05.17

Drei gesprochene Sätze genügen, und der gebildete Beobachter, Zuhörer weiß von demjenigen, der spricht, viel mehr, als er/sie sich vorstellen kann. Sprache ist entlarvend, verrät, stellt bloß, bei der Wortwahl angefangen bis zu den Gesprächsthemen. Mancher Menschen Nähe sucht man, andere meidet man. Auch wegen der Gesprächskultur.

Mittwoch, 26.04.17

Empfang, fast ein Dutzend Leute, Männer und Frauen, sitzen zusammen, rund um den Tisch verteilt. Der Geräuschpegel steigt, verschiedene Gesprächsgruppen bilden sich, es geht ziemlich durcheinander, die Stimmen werden lauter. Kein Thema wird so beachtet, daß alle daran teilnehmen können oder wollen. Resümee: Keine anspruchsvolle Unterhaltung möglich, kein Format, keine Statur bei den Teilnehmern. Nur einer oder auch zwei genügen, um das Niveau vorzugeben. Die Disziplinierten und Erzogenen hüllen sich mehr und mehr in Schweigen.

Sonntag, 23.04.17

Umzug, das Haus wird geräumt, der Hund, ein großer, irrt umher, keine feste Bezugsperson in der Nähe. Frauchen nicht da, hat das Tier seit geraumer Zeit dem augenblicklichen Lebensgefährten überantwortet. Unsicher trottet er hinter dem Ersatzherrchen her, mal hierhin, mal dorthin. Er kennt sowieso nur in letzter Zeit Autos, Wohnungen, auch mal gassigehen, aber nicht immer, dann macht er in seiner Not in den kleinen rückwärtigen Garten des Hauses. Ersatzherrchen fährt mit den Umzugsgehilfen weg, der Hund bleibt erstmal im leeren Haus allein zurück. Bald heult und klagt er vor sich hin, es ist durch die Mauern zu hören.



Samstag, 22.04.17

Die Wahlunterlagen wurden zugestellt. In gewollter "Einfach-Sprach". Damit alle verstehen, was gemeint ist. Die zur Zeit gängige Rechtschreibung - die bisherigen Rechtschreibreformen und deren Auswirkungen sollen hier ausgeblendet bleiben - wird bewußt und gewollt ignoriert.

Ein Trend wird deutlich, der inzwischen auf vielerlei Gebieten festzustellen ist: Minderheiten dominieren die Mehrheiten, der Minderheitenschutz geht vor den Interessen der Mehrheitsgesellschaft.

 

Mittwoch, 19.04.17

Zweidrittel der in Deutschland lebenden Türken, darunter die meisten mit Doppelpaß und Wahlrecht auch bei uns, wählten in ihrem Heimatland die Demokratie ab. Quer durch die demokratischen Parteien wird Sorge geäußert angesichts dieser Entwicklung; die Integration ist gescheitert. Auch diejenigen, die diese Situation dem Land bescherten, die heranwachsenden Parallelgesellschaften leugneten, den Doppelpaß beschlossen, gerieren sich nun als Mahner und Besorgte.

Montag, 17.04.17

Auf einem Waldpfad begegnet sie uns, wir hören sie bald, spricht ununterbrochen, sie ist alleine, sechzig plus vom Alter her, ihr Blick geht an uns vorbei, in eine unbestimmte Ferne. Wir hören sie weiterreden, noch lange. Obwohl sie nicht laut spricht, ist sie in der Stille des Waldes noch eine Weile gut zu hören. Hätten wir sie ansprechen sollen? Ist sie verwirrt, dement? Steht sie morgen in der Zeitung als vermißte Frau, die als verwirrt gilt. Die Nächte sind noch sehr kalt. Warum trauten wir uns nicht, sie anszusprechen?



Sonntag, 16.04.17

Die Straßenlaternen hängen voller Wahlplakate, meistens Köpfe, dazu Sprüche, die vermeintlich von den Abgebildeten stammen sollen. Oft ist von Gerechtigkeit die Rede, präzisiert durch "sozial". Was ist denn im Lande momentan so ungerecht? Fast alle Parteien - wenige, auch nicht so bedeutende, mal ausgenommen - waren in den vergangenen Jahrzehnten mehr oder weniger lange mit an der Macht, haben die Geschicke des Landes maßgeblich mitbestimmt. Das heißt doch, sich an die eigene Nase zu fassen ob der Unterlassungen, die man, wenn es denn wirklich so schlecht um die Gerechtigkeit bestellt ist, begangen hat.

Dienstag, 11.04.17

Freunde und Nachbarn trauern mehr um die Verstorbene als der Witwer. Dabei waren sie zumindest nach außen das Traumpaar, mehr ging nicht. Seit langem, schon bald nach dem traurigen Tag, gibt´s  eine Neue, nicht heimlich, ganz offensiv gehandelt. Man(n) trägt jetzt andere Kleidung, jedenfalls in Teilen, Bart sprießt. Irgendwie soll wohl alles anders sein. Beneidens- oder verdammenswert?

Sonntag, 09.04.17

Frühmorgens, wirklich früh, noch vor 7 Uhr an der Stelle, wo drei junge Männer am Strand sitzen, einer springt auf, läuft quer durch den Sand auf den Jogger zu, der verlangsamt, mit ungutem Gefühl im Bauch. Die drei , zwei von ihnen zeigen den Rücken, sehen wie Flüchtlinge, wie Asylbewerber aus dem Orient aus, schwarzhaarig, der mobile, der aufsprang, eher mit helleren Haaren. Ob der Jogger von ihnen mal ein Foto machen könnte, reicht sein Smartphone rüber, spricht Deutsch ohne Akzent. Die Fotos sind rasch gemacht, der Hellhaarige bedankt sich, die anderen schweigen, lächeln. Erleichtert macht sich der Jogger wieder auf den Weg.



Montag, 03.04.17

Wahlkampf, nicht in Afrika, sondern im Westen, in Deutschland, das sich zugute hält, zivilisiert zu sein. Der politisch Andersdenkende, er muß erst gar nicht links- noch rechtsextem orientiert sein, ist bei den Parteienvertetern, bei ihren Mitgliedern der Feind, wird feindselig angesehen, behandelt. Gegenseitige Wahlstandbesuche bei anderen, zweifelsfrei demokratisch gesinnten Parteien sind tabu, selbst Passanten, die bei anderen Wahlständen stehenbleiben, werden argwöhnisch gemustert. Gleichzeitig beten sie alle die Litanei der Offenheit, der Meinungsfreiheit, der Toleranz herunter.

Sonntag, 02.04.17

In der Bäckerei liegen Unterschriftslisten aus. Gegen zu kurze Abstände der Windräder zu Häusern, zur Wohnbebauung. Viele haben schon unterschrieben, andere unterschreiben in diesen Minuten. Den unüberhörbaren Unterhaltungen der überwiegend älteren Leute, die um die Listen herumstehen, ist häufig eine durchaus feindselige  Tonlage gegenüber der Windenergie als solches zu entnehmen. Nun ist diese Technik der Energiegewinnung nicht über Nacht vom Himmel gefallen. Wen mögen sie in den Jahren, Jahrzehnten gewählt haben, die hinter ihnen liegen?

Samstag, 01.04.17

Auch ohne jedwede Reklame oder Hinweise für den Blogg finden sich mehr und mehr Leute, die ihn anklicken, auf welchem Wege auch immer sie zu ihm fanden. Das ist natürlich gut, sehr gut sogar. Der Schreiberling schriebe auch dann, wenn ihn niemand zur Kenntnis nähme. Die berühmte Frage, ob das auch geschähe, wenn er wüßte, niemand würde je vom Geschriebenen Notiz nehmen, weil er bis zum Ende seiner Tage auf einer menschenleeren Insel ausharren müßte, stellt sich nicht. Doch interessant ist die Frage natürlich, für jeden, der schreibt.