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Was hier geschrieben wird, kann man, muß man aber nicht lesen. Keine Sätze für die Ewigkeit, nicht für die            

Nachgeborenen, erst recht nichts für`s Geschichtsbuch. Muß auch nicht jedem gefallen. Wer sich darüber aufregt, hat selber schuld. Wer Ordnung in den Texten sucht, wird vergeblich suchen. Chaotisch? Ganz gewiß, mehr intuitiv, einfach so hingeschrieben, was die grauen Zellen gerade bewegt, nicht selten aus dem Bauch heraus, was bekanntlich im allgemeinen Leben nicht immer zu guten Ergebnissen führen muß, ganz allgemein mal angemerkt.

Die Welt an sich, ob Mikrokosmos oder das große Ding, ist unerschöpflicher Nachrichtenlieferant und Ideengeber ...

Mittwoch, 24.05.17

Wieder ein Terroranschlag, dieses Mal in England. Der IS bekannte sich dazu. Warum hat der muslimische Terror vornehmlich Europa, die westliche Welt seit einigen Jahren so ausgesucht im Visier? Könnte es sein, daß der Westen selbst die Ursachen dafür geliefert hat und weiter liefert? Indem er seit Jahrzehnten versucht, den Orient erneut zu missionieren? Ihm seine Lebensweise, seine Denkungsart aufzunötigen? Vielleicht wollen diese Länder keine Demokratie westlichen Musters, sind noch nicht reif dafür, vielleicht wollen sie keine Glaubenslosigkeit, wie sie den Westen mehr und mehr prägt, keine westlichen Werte, die zu suchen und zu benennen immer schwieriger wird. Irak, Libyen, Syrien stehen nur beispielhaft für die eingenmächtige Einmischung des Westens in Angelegenheiten anderer Staaten und Weltanschauungen. Der Terror gegen den Westen könnte eine Antwort darauf sein.

Dienstag, 23.05.17

Artikel 21 Grundgesetz: Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Die Praxis sieht anders aus. Einzig allein die Parteien bestimmen die Politik des Landes und das ziemlich abgehoben und beängstigend volksfern oft. Von Protagonisten initiert, die immer häufiger den Lebenslauf -->Hörsaal-->Partei-->politisches Amt aufweisen, den gemeinen Wähler eher argwöhnisch und als beeinflußbare Masse betrachten.

Montag, 22.05.17

Noch immer herrscht nach der Wahl bei den Parteien Wahlkampfmodus. Wer mit wem, mit wem überhaupt nicht, Sympathie und Antipathie weit und breit. Sachlichkeit steht hintan. Freund-Feind-Denken allerorten. Dabei sind es allesamt zugelassene Parteien, also Parteien, die ein Programm vertreten, an dem die Verfassunghüter nichts auszusetzen haben. Selbst Neuwahlen sind nicht ausgeschlossen. Partei- und  Politikverdrossenheit haben einen guten Nährboden.


Sonntag, 21.05.17

Immer mehr Alleinlebende, verwitwet, geschieden, zahlreiche Männer darunter, zumeist jenseits der sechzig oder noch älter. Sie sind kaum draußen, wenige bis keine Hobbies. Lesen, außer der Tageszeitung und der Apothekenrundschau, ist nicht angesagt, das ist ihren Äußerungen zu entnehmen. Wie verläuft ihr Tag, was machen sie in den einsamen Wohnungen. Fernsehen? Vor dem Computer sitzen, den sie halbwegs, soweit keine Probleme damit auftreten, bedienen können? Nährboden für allerlei absonderliche Angewohnheiten und neue Thesen, wie die Welt auszusehen hätte, wenn´s nach ihnen ginge?

Freitag, 19.05.17

Noch immer schlägt die Landtagswahl hohe Wellen. In einer Gesprächsrunde im Radio geht es auch um das politische Personal. Eine Frau stellt die Frage nach der Qualifikation des politischen Personals, das in die Ämter drängt. Wahrlich eine berechtigte Frage. In der Wirtschaft wird man normalerweise, jedenfalls auf Dauer, nur etwas, wenn man eine für die Tätigkeit geforderte Qualifikation nicht nur nachweist, sondern auch ersichtlich unter Beweis stellt. Im politischen Geschäft ist das anders, da können Parteizugehörigkeit und -treue, Kärnerarbeit an der Basis und bis zur Selbstverleugnung reichende Loyalität bereits das Sprungbrett für höhere Berufungen bilden. Die Selektion durch Erfolg oder Mißerfolg greift, wenn überhaupt, meist nur zögerlich oder erst dann, wenn bereits gravierende Mängel zu beklagen sind.

Donnerstag, 18.05.17

Vorwiegend Ältere in der Sauna, die einzige Frau führt das Wort, in der Stille besonders gut zu vernehmen. Nicht immer ist die Sauna ein Ort der Stille, auch vor dem wörtlich so benannten Ruheraum macht der Redefluß nicht halt. Aber dafür eine Sauna zuhause einrichten?



Dienstag, 02.05.17

Drei gesprochene Sätze genügen, und der gebildete Beobachter, Zuhörer weiß von demjenigen, der spricht, viel mehr, als er/sie sich vorstellen kann. Sprache ist entlarvend, verrät, stellt bloß, bei der Wortwahl angefangen bis zu den Gesprächsthemen. Mancher Menschen Nähe sucht man, andere meidet man. Auch wegen der Gesprächskultur.

Mittwoch, 26.04.17

Empfang, fast ein Dutzend Leute, Männer und Frauen, sitzen zusammen, rund um den Tisch verteilt. Der Geräuschpegel steigt, verschiedene Gesprächsgruppen bilden sich, es geht ziemlich durcheinander, die Stimmen werden lauter. Kein Thema wird so beachtet, daß alle daran teilnehmen können oder wollen. Resümee: Keine anspruchsvolle Unterhaltung möglich, kein Format, keine Statur bei den Teilnehmern. Nur einer oder auch zwei genügen, um das Niveau vorzugeben. Die Disziplinierten und Erzogenen hüllen sich mehr und mehr in Schweigen.

Sonntag, 23.04.17

Umzug, das Haus wird geräumt, der Hund, ein großer, irrt umher, keine feste Bezugsperson in der Nähe. Frauchen nicht da, hat das Tier seit geraumer Zeit dem augenblicklichen Lebensgefährten überantwortet. Unsicher trottet er hinter dem Ersatzherrchen her, mal hierhin, mal dorthin. Er kennt sowieso nur in letzter Zeit Autos, Wohnungen, auch mal gassigehen, aber nicht immer, dann macht er in seiner Not in den kleinen rückwärtigen Garten des Hauses. Ersatzherrchen fährt mit den Umzugsgehilfen weg, der Hund bleibt erstmal im leeren Haus allein zurück. Bald heult und klagt er vor sich hin, es ist durch die Mauern zu hören.



Samstag, 22.04.17

Die Wahlunterlagen wurden zugestellt. In gewollter "Einfach-Sprach". Damit alle verstehen, was gemeint ist. Die zur Zeit gängige Rechtschreibung - die bisherigen Rechtschreibreformen und deren Auswirkungen sollen hier ausgeblendet bleiben - wird bewußt und gewollt ignoriert.

Ein Trend wird deutlich, der inzwischen auf vielerlei Gebieten festzustellen ist: Minderheiten dominieren die Mehrheiten, der Minderheitenschutz geht vor den Interessen der Mehrheitsgesellschaft.

 

Mittwoch, 19.04.17

Zweidrittel der in Deutschland lebenden Türken, darunter die meisten mit Doppelpaß und Wahlrecht auch bei uns, wählten in ihrem Heimatland die Demokratie ab. Quer durch die demokratischen Parteien wird Sorge geäußert angesichts dieser Entwicklung; die Integration ist gescheitert. Auch diejenigen, die diese Situation dem Land bescherten, die heranwachsenden Parallelgesellschaften leugneten, den Doppelpaß beschlossen, gerieren sich nun als Mahner und Besorgte.

Montag, 17.04.17

Auf einem Waldpfad begegnet sie uns, wir hören sie bald, spricht ununterbrochen, sie ist alleine, sechzig plus vom Alter her, ihr Blick geht an uns vorbei, in eine unbestimmte Ferne. Wir hören sie weiterreden, noch lange. Obwohl sie nicht laut spricht, ist sie in der Stille des Waldes noch eine Weile gut zu hören. Hätten wir sie ansprechen sollen? Ist sie verwirrt, dement? Steht sie morgen in der Zeitung als vermißte Frau, die als verwirrt gilt. Die Nächte sind noch sehr kalt. Warum trauten wir uns nicht, sie anszusprechen?



Sonntag, 16.04.17

Die Straßenlaternen hängen voller Wahlplakate, meistens Köpfe, dazu Sprüche, die vermeintlich von den Abgebildeten stammen sollen. Oft ist von Gerechtigkeit die Rede, präzisiert durch "sozial". Was ist denn im Lande momentan so ungerecht? Fast alle Parteien - wenige, auch nicht so bedeutende, mal ausgenommen - waren in den vergangenen Jahrzehnten mehr oder weniger lange mit an der Macht, haben die Geschicke des Landes maßgeblich mitbestimmt. Das heißt doch, sich an die eigene Nase zu fassen ob der Unterlassungen, die man, wenn es denn wirklich so schlecht um die Gerechtigkeit bestellt ist, begangen hat.

Dienstag, 11.04.17

Freunde und Nachbarn trauern mehr um die Verstorbene als der Witwer. Dabei waren sie zumindest nach außen das Traumpaar, mehr ging nicht. Seit langem, schon bald nach dem traurigen Tag, gibt´s  eine Neue, nicht heimlich, ganz offensiv gehandelt. Man(n) trägt jetzt andere Kleidung, jedenfalls in Teilen, Bart sprießt. Irgendwie soll wohl alles anders sein. Beneidens- oder verdammenswert?

Sonntag, 09.04.17

Frühmorgens, wirklich früh, noch vor 7 Uhr an der Stelle, wo drei junge Männer am Strand sitzen, einer springt auf, läuft quer durch den Sand auf den Jogger zu, der verlangsamt, mit ungutem Gefühl im Bauch. Die drei , zwei von ihnen zeigen den Rücken, sehen wie Flüchtlinge, wie Asylbewerber aus dem Orient aus, schwarzhaarig, der mobile, der aufsprang, eher mit helleren Haaren. Ob der Jogger von ihnen mal ein Foto machen könnte, reicht sein Smartphone rüber, spricht Deutsch ohne Akzent. Die Fotos sind rasch gemacht, der Hellhaarige bedankt sich, die anderen schweigen, lächeln. Erleichtert macht sich der Jogger wieder auf den Weg.



Montag, 03.04.17

Wahlkampf, nicht in Afrika, sondern im Westen, in Deutschland, das sich zugute hält, zivilisiert zu sein. Der politisch Andersdenkende, er muß erst gar nicht links- noch rechtsextem orientiert sein, ist bei den Parteienvertetern, bei ihren Mitgliedern der Feind, wird feindselig angesehen, behandelt. Gegenseitige Wahlstandbesuche bei anderen, zweifelsfrei demokratisch gesinnten Parteien sind tabu, selbst Passanten, die bei anderen Wahlständen stehenbleiben, werden argwöhnisch gemustert. Gleichzeitig beten sie alle die Litanei der Offenheit, der Meinungsfreiheit, der Toleranz herunter.

Sonntag, 02.04.17

In der Bäckerei liegen Unterschriftslisten aus. Gegen zu kurze Abstände der Windräder zu Häusern, zur Wohnbebauung. Viele haben schon unterschrieben, andere unterschreiben in diesen Minuten. Den unüberhörbaren Unterhaltungen der überwiegend älteren Leute, die um die Listen herumstehen, ist häufig eine durchaus feindselige  Tonlage gegenüber der Windenergie als solches zu entnehmen. Nun ist diese Technik der Energiegewinnung nicht über Nacht vom Himmel gefallen. Wen mögen sie in den Jahren, Jahrzehnten gewählt haben, die hinter ihnen liegen?

Samstag, 01.04.17

Auch ohne jedwede Reklame oder Hinweise für den Blogg finden sich mehr und mehr Leute, die ihn anklicken, auf welchem Wege auch immer sie zu ihm fanden. Das ist natürlich gut, sehr gut sogar. Der Schreiberling schriebe auch dann, wenn ihn niemand zur Kenntnis nähme. Die berühmte Frage, ob das auch geschähe, wenn er wüßte, niemand würde je vom Geschriebenen Notiz nehmen, weil er bis zum Ende seiner Tage auf einer menschenleeren Insel ausharren müßte, stellt sich nicht. Doch interessant ist die Frage natürlich, für jeden, der schreibt.