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Was hier geschrieben wird, kann man, muß man aber nicht lesen. Keine Sätze für die Ewigkeit, nicht für die            

Nachgeborenen, erst recht nichts für`s Geschichtsbuch. Muß auch nicht jedem gefallen. Wer sich darüber aufregt, hat selber schuld. Wer Ordnung in den Texten sucht, wird vergeblich suchen. Chaotisch? Ganz gewiß, mehr intuitiv, einfach so hingeschrieben, was die grauen Zellen gerade bewegt, nicht selten aus dem Bauch heraus, was bekanntlich im allgemeinen Leben nicht immer zu guten Ergebnissen führen muß, ganz allgemein mal angemerkt.

Die Welt an sich, ob Mikrokosmos oder das große Ding, ist unerschöpflicher Nachrichtenlieferant und Ideengeber ...

25.11.19

Es gibt sie noch, mutige Menschen. Dieter Nuhr zum Beispiel. Sagt er doch öffentlich Sachen, die mit Sicherheit in den Leitmedien nicht gerne gehört werden. Man muß nicht mögen, was er vorträgt. Doch er muß es dürfen, wie andere auch ihre oftmals verquere Sicht der Dinge. Mal schauen, wie ihm das bekommt.

15.11.19

Winterzeit, morgens beim Joggen (hieß früher Waldlauf) noch ziemlich dunkel, deshalb für alle Fälle mit einer der Mini-Taschenlampen unterwegs. Einsatz nur sparsam, da zumeist genug zu erkennen war. Dann plötzlich Gegenverkehr, Läufer oder Läuferin, so genau war´s nicht zu erkennen. Sonst so früh so gut wie immer alleine auf der Strecke. Dieser "Gegenverkehr" war nicht zu übersehen, beleuchtet wie ein Schiff. Arme mit Steuerbord-Grün und Backbord-Rot ausstaffiert, auf dem Kopf die Stirnlampe sozusagen als Top-Laterne. Donnerwetter. Total "overdressed"; auf der Strecke fahren keine Autos, nur Waldwege. Der/die Unbekannte erwiderte den Gruß nicht. Mhmm, ist er/sie enttäuscht, weil das Alleinstellungsmerkmal dahin ist? Mal sehen, wie´s weitergeht.

07.11.19

Im Radio klingt´s wieder wie beim Kindergeburtstag. Kichern, Schnellsprech, Stimm-Modulation dem Text angepaßt. Horst, Mandy und andere nur mit dem Vornamen bekannte Menschen am Mikrofon zelebrieren sich selbst. Offenbar will die große Zuhörerschar das so haben. Für beide Seiten verräterisch. Man weiß spätestens dadurch, in welcher Liga sie spielen.



06.11.19

Die Freigabe von Cannabis wird diskutiert. Wieder einmal. Daß es von namhaften Ärzten und Wissenschaftlern als Einstiegsdroge betrachtet wird, stört nicht sonderlich. Die Grundsatzfrage, wozu der Mensch Rauschgifte benötigt, spielt in den Gedanken der meisten Zeitgenossen offenbar keine Rolle. Wozu der Rausch, wozu die Flucht in die Scheinwelt? Mögliche Antworten darauf tun weh, müssen wohl verdrängt werden.

21.10.19

Weltweit 500 Wissenschaftler, so war zu lesen in einer durchaus ernstzunehmenden Zeitschrift, sehen den Klimwandel nicht nur als menschengemacht an, führen wissenschaftlich vor Augen, warum andere, in und mit der erdgeschichtlichen Entwicklung vorhandene Ursachen eine ganz wichtige Rollen spielen.

Liest man darüber anderenorts nichts? Nichts dergleichen in den Nachrichten, nichts im Fernsehen.

20.10.19

Gibt´s in Diskussionen nur noch Schwarz und Weiß? Wer anderer Meinung ist als die Hauptmeinung, wird angefeindet? Gemobbt? Minderheiten machen´s vor?



08.10.19

Wieder ein paar Leute unterwegs, denen man am besten ausweicht. Sie beantworten Fragen, die niemand stellt, unentwegt. Wenn´s wenigstens interessant wäre, was sie unbedingt erzählen müssen. Zumeist Sachen von sich selbst. Die Selbstinszenierer nehmen - so der gefühlte Eindruck - täglich zu. Unsereins mutiert zum Stichwortgeber.

03.10.19

Wie ist das eigentlich mit dem Sexismus? Wirft man immer den Männern vor. Zum Beispiel Werbung mit nackten oder halbnackten Frauen. Ist das wirklich zutreffend? Momentan findet die Leichtathletik-WM statt. Die Sportlerinnen sind da zumeist bauchfrei und untenherum mit Bekleidungsstücken unterwegs, die Slips oder Tangas nahekommen. So ganz ohne Not. Die sportliche Höchstleistung verlangt nicht danach. Die Männer laufen fast durchgängig mit Flatterhosen und nicht bauchfrei durchs Stadion. Warum also die Zurschaustellung nackter weiblicher Haut und Kurven? Warum macht Frau das? Weil Männer hinschauen sollen? Wer ist denn nun sexistisch?

28.09.19

Sie wollen partout nichts sehen. Zwei Menschen mit Hund unterwegs, dort, wo sie es nicht dürfen, Schilder weisen darauf hin. Ganz einsam ist es, keine Fußgängerzone, in der man wirklich nicht jeden ansehen, geschweige denn grüßen kann. Doch hier, in dem Terrain, ist es üblich, sich anzuschauen, zu grüßen, zumindest Augenkontakt aufzunehmen, vielleicht noch ein kurzes Kopfnicken. Doch diese beiden, Mann wie Frau, unabhängig voneinander, schauen bewußt weg, ignorieren den Entgegenkommenden. Vielleicht ein fast triumphierender Trost: Ihr Gesichtsausdruck verrät beinahe schon von selbst, daß sie sich wohl selbst kaum ausstehen können.



25.09.19

Ein 16-jähriges pubertierendes Mädchen hält die Welt in Atem, beschimpft die ihr andächtig zuhörenden Menschen im weitem Rund. Ort: Die UN-Abgeordneten in New York anläßlich des Klima-Gipfels.  Und diese Menschen, jedenfalls eine nicht kleine Zahl von ihnen, applaudieren der jungen Frau, die sie da beschimpft, die  Allgemeinplätze verkündet, nichts vorträgt, was nicht alle zumeist viel besser wissen. Was geht da vor in den Köpfen? Eine Art von Brautprinzessin nach S. Morgenstern? Auf dem Weg zur Kinderrepublik? Wahlalter 16 Jahre? Führt es weltweit ein, und es herrschen Pipi-Langstrumpf-Verhältnisse. Wie sang die steifbezopfte junge Dame doch: "Ich mach´mir die Welt, wie sie mir gefällt."

21.09.19

Ja klar, nicht jeder liest gerne die Gossensprache. Die Beschwerden kann ich nur stellvertretend entgegennehmen. Nicht ich druckte "Fuck-up-Night" auf den Flyer, nicht ich textete ihn, nicht ich segnete ihn ab, nicht ich besuchte die "Fucking-Night". Die verbale Prügel trifft den Falschen. :-(

15.09.19

Überall ist "fuck" zu lesen. Auch der Blogger lernte mal Englisch, sogar eine ganze Reihe von Jahren. Er weiß, was "fuck" auf Deutsch heißt: "ficken". Auch wenn man versucht, das Wort, den Begriff in anderem Zusammenhang zu bringen, verklausuliert, vermeintlich entschärft, es bleibt ein vulgäres Wort, Gossensprache. Natürlich kommt es aus dem englischsprachigen Kulturkreis zu uns, dort wurde und wird es ganz wesentlich als eines der schlimmsten Schimpfwörter benutzt, mit vielerlei Zusätzen und Erweiterungen. Inzwischen hielt es Einzug in den deutschsprachigen Kulturkreis, ist ganz "in". Wer es benutzt, zeigt damit weltläufigkeit an, internationalität. Selbst Goethe ist ja bereits "fuck". Aktuell: Der schleswig-holsteinische Kultusminister ist Schirmherr einer ziemlich noblen Veranstaltung, an der eine Reihe durchaus seriöser Institutionen teilnimmt, u. a. das Uni-Klinikum, gar der Verband der Universitätsklinika Deutschlands, selbstredend die örtliche Tageszeitung.

Und noch eine große Zahl von Männern und Frauen, die sich ansonsten vermutlich kaum mit "fuck", geschweige denn seiner deutschen Entsprechung, in Verbindung bringen lassen möchten. 

Auch der Oberbürgermeister läßt sich nicht lumpen, ist dabei. Einer der im Flyer abgedruckten hochoffiziellen Programm-Punkte heißt: "Fuck-up-Night". Darunter dozieren inzwischen - ja, auch der Blogger weiß das - Versager, Looser, die bei irgendwas irgendwann mal scheiterten; aus ihren Fehlern sollen die anderen lernen, deren Fehler nicht zu machen. "Fuck up?" Der Blogger ist mal grob: "Dann fickt mal schön!"



05.09.19

Die Tagesschausprecherin in einer Talkrunde. Sagt ungewohnt Kritisches außerhalb des Mainstreams Richtung teuerstem Strom in Europa und der Flüchtlinge. Da seien vor allem junge Männer angekommen, sehr viel weniger Frauen und Kinder. Ob ihr das in der beruflichen Laufbahn weiterhilft, bleibt abzuwarten.

27.08.19

Zwei Lokalpolitiker der Grünen haben Leserbriefe an die örtliche Tageszeitung manipuliert, d. h., sie schrieben unter falscher Identität. Was sie schrieben, ist belanglos, die Zeitung druckte einige Zuschriften ab. Immer wiederkehrende Frage zu abstrusem Verhalten: Was geht da in den Köpfen vor? Und nun?

20.08.19

Im Sommerhalbjahr wirft der Blogger so alle sechs Wochen einen Flyer, ein DIN-A 4 Blatt, gefaltet, in die Briefkästen. Es geht erkennbar um Kultur. Heute rief ein Dr. X an und beschwerte sich, daß der Flyer seinen Briefkasten überquellen lasse, er möchte ihn nicht mehr erhalten. Vom Inhalt der Flyer schien er bislang nichts zur Kenntnis genommen zu haben. Wie gut muß es dem Mann gehen, beneidenswert ob des Beschwerdegrunds.



07.08.19

Die Diskussionskultur hat sich stark verändert. Auf vielen heiklen Problemfeldern gibt es nur noch Schwarz und Weiß, hell und dunkel, falsch und richtig, gut und böse. Die Zwischenfarben fehlen fast gänzlich. Entweder Zustimmung oder Ablehnung. Meinungsaustausch ist bei bestimmten Fragen nicht oder kaum noch möglich.


02.08.19

Auf dem neuausgebauten Radweg wieder mal im Vorbeifahren mit dem Auto die Radfahrer gezählt. Gutes Wetter, mittlerer Vormittag, kaum Wind, eine Verbindung des Stadtteils mit anderen Stadtteilen und in Richtung der zehn Kilometer entfernten Innenstadt. Vier oder fünf Radfahrer, jüngere bis mittelalte Menschen, ohne oder nur mit dürftigem Gepäck, keine Einkaufstaschen oder ähnliche Behältnisse dabei, in unterschiedlichen Richtungen die Pedale tretend. Die Stadt soll - so die Planung - zur Fahrradstadt mutieren. 


01.08.19

Es gibt durchaus dazu berufene Stimmen, die da sagen, es gebe - rein statistisch betrachtet - gar keine nennenswerte Zunahme von Witterungskapriolen, als da seien Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürren, heutzutage würde nur intensiver aus der ganzen Welt darüber berichtet. Sie berufen sich auf nachzulesende öffentliche Statistiken.



27.07.19

Vierzehnjährige dürfen neuerdings unter bestimmten Bedingungen den Führerschein für benzinbetriebene Roller erwerben. Nanu! Ist das nicht vornehmlich die Altersklasse für "Frydays for Future"? Wie wär´s denn mit Radfahren, Bahnfahren, Busfahren? Gilt das nur für freitags?

26.07.19

Der 16jährigen Greta Thunberg soll von einer belgischen Universität die Ehrendoktorwürde verliehen werden. Dr. h. c. Greta Thunberg. Wir werden ihren weiteren Werdegang aufmerksam begleiten.

20.07.19

Was macht eigentlich das Waldsterben, ewig lange nicht mehr in den Schlagzeilen gesehen. Vorbei? Vergessen? Bäume sollen ja auch an Altersschwäche sterben. Oder durch den Borkenkäfer. Auch über das Schwinden der Ozonschicht wird nichts mehr berichtet. Sie soll sich entgegen den Vorhersagen von veröffentlichten Experten inzwischen wieder erkennbar erholt haben. Wie das?



19.07.19

"Frydays for future", sieht aus wie ein Schulausflug, mit etwas Lehrpersonal dazwischen. Am Ende hüpfende Kinder. Die Kanzlerin sagt, daß sie sich bei den Schülern bedankt, sie auf das Klimaproblem besonders aufmerksam gemacht zu haben, man werde sich nun um die Sache verstärkt kümmern. 

17.07.19

Joggen in aller Herrgottsfrühe, wirklich einsame und unübersichtliche Gegend, ziemlich weit entfernt von menschlichen Behausungen. Der Jogger mag das Szenarium, nur die Tiere des Waldes sind aktiv, ansonsten Stille. Eine junge Frau mit Fahrrad zu Fuß unterwegs auf einem der schmalen Wege, einen Hund von der Sorte dabei, der glücklich sein wird, daß ihm der Jogger nichts tut. Die junge Frau muß den Jogger näherkommen hören, zeigt ihm den Rücken, stoisch zum Wegrand geht ihr Blick, sie wendet sich nicht mal um, als der Jogger sie grüßt. Sie wüßte nicht die geringste Beschreibung über ihn abzugeben, wenn dieser sich nun über sie hermachte. Was mag in ihrem Kopf vorgehen? 

16.07.19

Authentisch überliefert:

Großvater zum Enkel, der sich, flügge geworden, anschickt, in die große Welt aufzubrechen:

"Mein Junge, wer morgens vor neun Uhr auf der Straße zu sehen ist, der ist nichts und der wird nichts."

Mhmm .... vielleicht in Teilen was Wahres dran ...?

 



15.07.19

Wer ständig erreichbar sein muß, wer sich von überall melden muß, zeigt damit an, daß er nicht wirklich wichtig ist, daß er kein Sekretariat hat, daß er zum Personal gehört.

So äußerte sich vor zwanzig Jahren Johannes Groß fast wörtlich, ein wirklicher großer Journalist und Publizist. Da gab´s noch keine Smartphones. So falsch lag der gute Mann damals nicht, auch heute nicht, selbst wenn inzwischen Präsidenten und Kanzlerinnen auf den Tasten herumtippen in aller Öffentlichkeit.

14.07.19

Kirchentagspräsident Hans Leyendecker sagte, wer leugne, daß der Klimawandel menschengemacht sei, habe auf dem Kirchentag nichts zu suchen. Hinsichtlich Meinungsfreiheit sicherlich eine interessante Äußerung, nicht weniger interessant sind Ort und Anlaß der Ansage des kirchlichen Würdenträgers.

13.07.19

Das Klima beherrscht die Schlagzeilen, nicht das momentane, sondern das die Erde insgesamt umfassende, beeinflussende Klima. "Frydays for Future" ist in aller Munde. Die Jungen sind auf der Straße. Kürzlich wurde eine Vierzehnjährige in den Medien abgelichtet, die sich vehement gegen die Erderwärmung einsetzt. Was sie über das Klima weiß, hat sie aus den Zeitungen.



15.06.19

Apropos Radfahren und Radfahrwege, Radfahrstraßen, wie sie seit einiger Zeit hochoffiziell bezeichnet werden. Schlechtes Wetter, wie so oft in der Region, neuer Radweg; auf drei Kilometern Länge keinen einzigen Radfahrer entdeckt, auf einer Strecke, an der Hunderte von Häusern liegen. Aber jede Menge Autos unterwegs. Tja, Regen von allen Seiten, starker Wind, nicht unüblich hier, da fährt so gut wie niemand mit dem Rad. Gleichwohl plant die Stadt weitere Radstraßen, verbunden mit Einschränkungen der Fahrbahn für Autos.

15.06.19

Ein Häuflein Unverdrossener kümmert sich um Kultur, ehrenamtlich, versteht sich, setzt Geld zu, weil eben nicht alle rückerstattungsfähigen Kosten gemeldet werden. Einladungen per digitalem Rundschreiben, Flyer in beträchtlicher Zahl, Zeitungsmeldungen, viele Zeitgenossen werden erreicht, doch nur ein kleiner Teil der Informierten kommt zu den Veranstaltungen. Gut, so zwischen fünfzig und hundert Besucher sind es immer, je nachdem, was gerade auf dem Spielplan steht. Doch es sind so oft immer dieselben Menschen. Was treiben die anderen, womit füllen sie ihren Tag, ihre Gedanken aus?

 

12.06.19

Seit geraumer Zeit gibt es wieder eine neue Wort-, besser: Begriffsschöpfung: "Aktivist". Irgendwo - Gütersloh ist da wohl wiederum nicht weit weg - ist das auf den Weg gebracht worden. Und alle plappern es nach. Jemand, der zur Toilette geht, ist auch aktiv. Aktivist? Allerdings läßt die Gender-Korrektheit doch noch sehr zu wünschen übrig. Wie an anderer Stelle ebenfalls. Aktivistinnen gibt es so gut wie gar nicht, jedenfalls in gedruckter Form. Verbrecherinnen übrigens auch nicht. Auch keine Bürgerinnensteige und andere gender-ungeeignete Wortungetüme.



11.06.19

Nun geht´s gegen die Kreuzfahrer los. Blockade beim Auslaufen. Wegen der Luftverschmutzung. Da der Klimanotstand für die Stadt von offizieller Seite ausgerufen wurde, ist das für einige wohl die folgerichtige Konsequenz. Es gibt sogar schon veröffentlichte Stimmen, die das Kinderkriegen bereits deshalb kritisch beäugen, weil der Mensch mit seinem co2-haltigem Atem auch das Klima belastet. Tiere übrigens auch. 

09.06.19

Rezo hat ein spektakuläres Youtube-Video vom Stapel gelassen. Soll die Europawahl nicht unmaßgeblich beeinflußt haben. In dem Zusammenhang soll eine der sogenannten Influencerinnen in einer Talkshow gesagt haben, junge Leute würden sowieso keine Tageszeitungen mehr lesen. Ist das zum Lachen oder zum Fürchten gedacht? Eigentlich sollte man selbst mal bei Youtube was hochladen, vielleicht mal Rezo die Stirn bieten. Er hatte ja viel heiße Luft dabei. Doch dann wohl besser die Finger davon lassen, er und seine Fans sollen im Einstecken nicht so gut sein wie im Austeilen.

09.06.19

Ich bekenne mich schuldig, lange nichts mehr geschrieben, auch lange unterwegs, kein PC, kein Laptop einsatzfähig dabei. Immer wieder erfreulich erstaunlich, mit welcher Regelmäßigkeit Mahnungen einlaufen, doch wieder was zu schreiben. Gute Vorsätze sind bereits gefaßt, hier ist doch der lebendige Beweis. :-)



28.04.19

Dekadenz hat wohl einen Namen. Wenn es Gesellschaften zu gut geht, wenn Langeweile grassiert, feiert sie Hochkonkunktur. Frauen, zumeist jüngere, tragen Jeans oder jeansähnliche Hosen, in die Löcher hineingeschnitten sind. Oder gleich in der löchrigen Form die Herstellerfirma verließen. Den Elendsvierteln, den Armenstadtteilen, den Ärmsten der Welt abgeschaut, laufen die Satten, die Gutsituierten mit auf Elend getrimmten Kleidungsstücken herum, finden das chic und "cool".

25.04.19

Erste Stimmen fordern autofreie Städte. Ernsthaft. Ein Dutzend Menschen rufen zum Blockieren einer Hauptverkehrsstraße auf, melden dafür eine Demonstration an, die das Ordnungsamt genehmigt. Es geht um die Rettung des Klimas, um den Ausstoß der Autoabgase. Man rechnet mit tausend Teilnehmern und Riesenstaus nach beiden Seiten hin. 

24.04.19

Die Radwege werden immer zahlreicher, immer breiter, neue sogenannte Fahrradtrassen und -schnellwege werden erschlossen, Straßen für den Kfz.-Verkehr zurückgebaut. Und die Bevölkerung wird - anteilmäßig und auch real - immer älter und hinfälliger. Sie fahren zumeist kein Rad mehr, die Älteren, nur noch die wenigen Fitten unter ihnen, und auch die, selbst aber auch junge Leute, sind nicht auf den Rädern zu sehen, wenn, was bei uns viel häufiger anzutreffen ist als Fahrradwetter, Schietwetter herrscht mit Regen, Sturm und Kälte. Und dann nach Aldi und Lidl? Den Großeinkauf mit dem Rad - von irgendeiner Seite kommt immer Wind - nach Hause fahren? Mit Packtaschen? Auf Radwegen mit Gegenverkehr? Oft mehr als zehn Kilometer die einfache Strecke? Ein unverhältnismäßiger Hype ums Fahrrad?



22.04.19

Mitte Mai sind Europawahlen. Die sogenannten etablierten Parteien bei uns sind besorgt, daß die Rechten weiter zulegen werden. Das werden sie wohl auch und zwar europaweit, vor allem in den östlichen Mitgliedsländern. Doch auch aus Italien und Frankreich, eigentlich inzwischen aus allen Mitgliedsländern sind entsprechende Signale zu vernehmen. Es gibt nur ein Thema, das die Diskussionen beherrscht, und zwar die Zuwanderung. Von fast allen Parteien lange unterschätzt, verdrängt, heruntergespielt. Niemand - außer den Vereinfachern - hat eine Lösung des Problems parat. Kann es überhaupt eine geben? Oder bedeutet es, damit dauerhaft zu leben, mit dem Beginn einer neuen Völkerwanderung, den es als Status quo zu akzeptieren gilt?  

21.04.19

Selbst den eigentlich nicht so Ängstlichen ergreift Unbehagen vor der frühmorgendlichen Jogging-Runde durch einsames Waldgebiet und die nicht weniger einsame Feldmark. Die ersten Wölfe wurden in der gar nicht so fernen Umgebung gesichtet. Mobiltelefon - wird den Wolf wenig beeindrucken - war schon immer dabei, auch ein Messer, doch das war ursprünglich mehr als Hunde-Abwehr gedacht. Nun soll es im Ernstfall gegen den Wolf helfen. Ein Farmer aus den USA, der wohl Erfahrung hatte, wurde in einem Bericht über Wölfe mit der Aussage zitiert, gegen einen Wolf hätte ein ausgewachsener Mann mit einem Messer eine reale Chance, bei zweien oder gar mehr stünde er auf verlorenem Posten. Und nun? Weiterjoggen? Es gibt Bäume auf der Strecke, die erkletterbar sind. Wölfe können nicht klettern. Aber in der Feldmark gibt´s kaum Bäume.

20.04.19

Der Vater fährt mit seinen drei Kindern, zwei Jungs und ein Mädchen, alle so zwischen sechs und acht Jahre alt, wohl kurz irgendwo hin, er ist zu Besuch, fremdes Kennzeichen aus dem süddeutschen Raum. Osterbesuch. Nach dem Öffnen der Autotüren springen die Drei auf die Sitze, beugen die Köpfe sofort über offensichtlich irgendwelche elektronischen Geräte. Ob Smartphone oder Spielekonsole oder ähnliches, läßt sich auf die Entfernung nicht ausmachen. Der Vater spricht mit ihnen, während er die Abfahrt vorbereitet, er erhält augenscheinlich auch Antworten, doch keines der Kinder hebt auch nur den Kopf, schaut unverwandt nach unten, wo ein Display leuchtet.



10.04.19

Immer mehr Menschen, selbst nicht schon sehr vertraute, offenbaren sich mit ihren Meinung zu politischen Themen, wenn sie den Eindruck gewonnen haben, sich einem anvertrauen zu können. Obwohl sie noch gar nicht genau wissen, wie man politisch eingestellt ist. Sie fürchten - so gestehen sie - eine Diffamierung, eine Stigmatisierung, wenn sie offen ihre Meinung äußern. Und es sind keine Geschorenen, keine Springerstiefel-Träger, keine Hetzer, keine Schwarzgewandeten. Allgegenwärtiges Thema: Einwanderung, Flüchtlinge, Kriminalität.

Beängstigend. Das kennt man, sicher in einer sehr viel schlimmeren Form, von und aus Diktaturen, im eigenen Land zuletzt von den Nationalsozialisten.

05.04.19

Youtube hält die merkwürdigsten Filmchen parat. Und diese sagen eine Menge aus über diejenigen, die sie hineinstellen. Da gibt es z. B. die Gottesanbeterin, eine sogenannte Fangschrecke, die wie ein miniaturisierter Alien durchgeht. Häßlich anzusehen, vor allem, was den Kopf angeht. Und sie hat - im Verhältnis zum übrigen Körper - zwei furchterregende Fangarme, mit denen sie ihre Beute fängt, fixiert und dann sofort aufzufressen beginnt. Sie tötet nicht zuerst, dazu hat sie offenbar auch nicht die Mittel, sie tötet, indem sie das lebende und oft dabei noch ziemlich lange zappelnde und zuckende Beutetier langsam auffrißt. Soweit, so gut, so ist eben die Natur. Aber nun gibt es Zeitgenossen, erstaunlich viele Zeitgenossinnen, die sich dieses Mini-Ungeheuer in Terrarien halten und es mit Lebendfutter versorgen. Und das filmt man auch und zeigt es der Welt. Zeigt, wie das Gefressenwerden im lebendigen Zustand vor sich geht. Es gibt Foren, in denen sich die Liebhaber dieses exotischen Mini-Ungeheuers über alles austauschen, was es mit der Haltung dieses Tierchens auf sich hat. Wäre interessant zu erfahren, was in Menschen vor sich geht, die sich offenbar daran ergötzen können.

04.04.19

Die Wölfe kommen immer näher an die Dörfer, an die Städte heran, gewöhnten sich, wie zu erwarten, an die Zweibeiner. Sie traben ohne große Hast oder Angst durch´s Gelände, scheinen schon zu wissen, daß ihnen keine Gefahr von den Menschen droht. Erste Eltern lassen ihre Kinder schon nicht mehr auf bestimmten Spielplätzen spielen. Irgendwann wird es eine Wolfsattacke gegen Menschen geben. Mal sehen, wie dann die meist selbsternannten Wolfsexperten reagieren. Es ist zu erwarten, daß niemand Schuld hat, der Wolf war´s, der sich atypisch verhalten hat. Oder der Mensch, das Kind hat selbst Schuld, weil er, es sich falsch verhielt.



15.03.19

Einer, von dem man das nun wohl eher nicht erwartet hatte, nämlich Klaus von Dohnanyi, äußerste zu den "Friday for Future"-Demonstrationen, daß die jungen Leute auf nichts verzichten würden, sich auch weiterhin mit dem Eltern-Auto zum Ballett und zur Schule fahren lassen würden. Klang nicht gerade begeister von der Sache.

14.03.19

Nun gibt´s auch die "Parents for Future", erstaunlich, daß es so lange dauerte. Die Manie, englischsprachige Bezeichnungen zu verwenden, ist ungebrochen. Und Greta wird schon für den Friedensnobelpreis gehandelt. Doch sie machte bereits einen argen Fehler, aß wohl mal etwas mit einem Plastiklöffel, trank aus einem Plastikbecher.

03.03.19

In Hamburg gab´s am Freitag wieder eine "Friday for Future"- Demonstration während der Schulzeit. Mehr junge Leute als sonst auf den Beinen. Die Initiatorin der Bewegung, Greta Thunberg, war höchstpersönlich erschienen. Doch Wermutstropfen fielen in den Demo-Wein. Das Ganze soll als "Schulschwänzen" behandelt werden. Und das bei einer Rot-Grünen-Rathaus-Mehrheit. Ob die 16-jährige zu erklären weiß, wie es auf dem Globus in der Vergangenheit zu vielfachen Wärme- und Kälteperioden gekommen ist, als noch keine Menschen auf der Erde herumliefen?



02.03.19

Gestern abend bis in die Nacht "Mainz, wie es singt und lacht". Man hält sich dort zugute, eine intellektuelle Fastnacht zu zelebrieren. Merkwürdig, mit welcher Art von Clownerie man der Politik dort zu Leibe rückt. In der Bütt´ oft zorngerötete Köpfe, die ihre Thesen und ureigensten Meinungen in Reimform ins Mikrophon schreien. Da bricht sich nahezu Feindseligkeit Bahn. Zumeist nur in eine Richtung. Rheinland-Pfalz ist No-Go-Area. Humor, Clownerie? Das macht jedes politische Kabarett besser. Und vor allem glaubhafter.

 

 

18.02.19

Erstaunlich. Ist man erst mal weg aus der normalen Zivilisation, auf einer Hallig zum Beispiel, schwindet das Interesse am der übrigen Welt von Stunde zu Stunde. Ob Trump oder Erdogan, ob Kim Jong-um oder der Mann aus Venezuela, der von der Macht nicht lassen kann und andere, die einen ansonsten um dies und jenes  fürchten lassen, sie entrücken nahezu zur Bedeutungslosigkeit. Kein Fernsehen, keine Nachrichten. Nahrungsaufnahme, Schlafenszeiten, Wetter, das sind die elementaren Dinge, die dann den Menschen, wenn er es denn zuläßt, umtreiben.

13.02.19

Churchill sagte mal sinngemäß, die Demokratie sei die schlechteste Staatsform, aber er kenne keine bessere. Da ist was dran. Nur artet sie auf Dauer in einen Überbietungswettbewerb an Wohltaten für´s Wahlvolk aus, denn schließlich will man gewählt werden. Fast wörtlich: Koste es, was es wolle. Gibt es einen Ausweg aus diesem Hamsterrad?



11.02.19

Der bundesweite Aufruhr um die von Dieselmotoren ausgestoßenen
Stickstoffdioxid-Mengen hält unvermindert an. Ein Wissenschaftler bemerkte dazu unter anderem, daß die heutige Luftbeschaffenheit in den meisten Städten vor einigen Jahren noch den Werten eines damaligen Luftkurortes entsprochen hätten. Doch wer will das hören in der aufgeheizten Debatte? 

10.02.19

Leserbriefe zu schreiben erfordert heute eine nicht zu unterschätzende Risikobereitschaft, insbesondere wenn die Mail-Adresse des Schreibenden aufzufinden ist. Rustikale bis drohende Texte laufen ein, ebensolche  Telefonanrufe; Gott sei Dank, das alles auch in positiver Ausgabe. Es besteht zwar Rede- und Meinungsfreiheit, doch sie ist mehr und mehr nur noch eine leere Formel im Politikermund und in den Impressums-Texten der druckenden Medien. Wehe, wenn vom sogenannten Mainstream abgewichen wird. Wenn die einstigen Verfasser des Grundgesetzes und damit auch Gründer der Bundesrepublik wüßten, was aus ihren hehren Vorstellungen für die Gestaltung des Landes inzwischen geworden ist.

09.02.19

Der Sender rief und viele kamen zum gemeinschaftlichen Singen in die große Halle. Weite Wege wurden zurückgelegt, um Lieder zu singen, deren Texte auf einer großen Videowand abgelesen werden konnten. Meistens englische Texte. Lauter Fremde untereinander, von den Gruppen und Grüppchen abgesehen, die zusammengehörten. Brot und Spiele? Was treibt an dabei? Langeweile? Keine ausgesprägten eigenen Interessen? Reagieren statt agieren. Leere, gar Vereinsamung? Auf der Sinnsuche?