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Was hier geschrieben wird, kann man, muß man aber nicht lesen. Keine Sätze für die Ewigkeit, nicht für die            

Nachgeborenen, erst recht nichts für`s Geschichtsbuch. Muß auch nicht jedem gefallen. Wer sich darüber aufregt, hat selber schuld. Wer Ordnung in den Texten sucht, wird vergeblich suchen. Chaotisch? Ganz gewiß, mehr intuitiv, einfach so hingeschrieben, was die grauen Zellen gerade bewegt, nicht selten aus dem Bauch heraus, was bekanntlich im allgemeinen Leben nicht immer zu guten Ergebnissen führen muß, ganz allgemein mal angemerkt.

Die Welt an sich, ob Mikrokosmos oder das große Ding, ist unerschöpflicher Nachrichtenlieferant und Ideengeber ...


Freitag, 31.03.17

Ein Pärchen, mittleres Alter, sitzt im Lokal, nebeneinander, die gegenüberliegenden zwei Stühle amTisch sind unbesetzt. Der Blick geht frei und erwartungsvoll in den Raum, ein Gespräch zwischen den beiden findet so gut wie nicht statt. Man hat sich offenbar nichts mitzuteilen, verbringt die Zeit damit, den Betrieb im Lokal zu beobachten.

Freitag, 31.03.17

Die so grundverschiedenen Parteien der Großen Koalition wollen vor der Bundestagswahl nicht mehr über die Flüchtlings- besser: Einwanderungsfrage streiten, man schließt sozusagen ein Stillhalteabkommen. Dabei ist es das wichtigste Thema überhaupt für das Land, für den Westen schlechthin. Man ist dabei, den bereits begangenen historischen, epochalen Fehlern neue hinzuzufügen.



Donnerstag, 30.03.17

Die freundliche Zimmerfrau lächelt gequält, möchte nur ungern über ihre Nationalität sprechen, druckst herum, windet sich , bleibt im Vagen. Blond, eher schmal, mittleren Alters, unterhaltsam, aufgeschlossen. Östliche Länder kommen in Frage, Weißrußland, Polen, Rußland, Georgien und so weiter. Sie ist Türkin, tut sich schwer mit der Preisgabe ihrer Herkunft, weil sie häufig dann auf Ablehnung, Mißtrauen, Argwohn stößt. Den fragenden Gästen gegenüber bleibt sie weiterhin freundlich gewogen, winkt mitunter beinahe stürmisch.

Mittwoch, 29.03.17

Zwei junge Männer im Hotel, nicht die ersten beim Frühstücksbuffet, eher unordentlich angezogen, einer die Hose in den Kniekehlen, mit Dutt; soweit man sehen kann, beide an den Armen unübersehbar tätowiert. Erster Unmut will sich einstellen, sind optisch keine Sympathieträger. Am Abend stehen sie am Aufzug, kurzes Gespräch. Ja, sie arbeiten an den riesigen Windrädern, die in großer Zahl in der Umgebung die Landschaft überziehen. Ja, sie würden auch ganz oben rumturnen, doch im Augenblick nicht ganz so hoch, nur so um die 60 Meter. Sie lächeln reserviert, sprechen leise, in gepflegtem Ton.

Dienstag, 28.03.17

Sie sitzt alleine am Tisch, beim Frühstück, beim Abendessen. Sonst nur Paare an den Tischen. Vermutlich verwitwet, eher füllig. Jeden Hereinkommenden mustert sie stumm, fast erwartungsvoll, ein dünnes Lächeln in den Mundwinkeln, als ob sie auf ein Gespräch, eine Unterhaltung hofft. Mit Tischnachbarn gelingt das manchmal, doch meist nur ein einziges Mal. Ihr Redestrom versiegt dann nicht mehr, sie erzählt aus ihrem Leben, beantwortet Ungefragtes, man meidet sie ab diesem Erlebnis, meidet den Blickkontakt mit ihr, um dem zu Erwartenden zu entgehen.



Montag, 27.03.17

Im Saarland hat der Schulz-Hype nicht gezogen. Der Mann ist enttäuscht, seine Anhänger verhehlen ihren Mißmut darüber nicht. Warum nimmt er sich nun nicht etwas zurück mit seinen Ankündigungen und Versprechungen, die er nicht erfüllen kann im Falle eines Wahlsieges. Seine Widersacherin in Berlin schöpft wieder Hoffnung, äußert sich wie gewohnt nur vage, läßt ihn weitermachen. Rot-Rot scheitert im Saarland nur, weil die Rechtsaußen im Parlament sind, die anderen ins Kalkül gezogenen Farben dagegen nicht. Seine Berater müßten wissen, welche Fehler er nicht weiter machen sollte. Läßt er sich beraten? Hat er die richtigen Berater?

Sonntag, 26.03.17

Wieder beim Italiener, nach sechs Monaten Pause. Giovanni kennt noch genau die übliche Bestellung der zwei Gäste, lacht, hat nichts von allem vergessen. Trägt jetzt eine Lesebrille, am Band. Das Söhnchen geht inzwischen in die Schule. Was ist seine richtige Heimat? Er zögert. Italien? Vielleicht aber auch schon Deutschland? Spricht schon ziemlich gut Deutsch. Akzentfrei lernt er´s nicht mehr, der Sohn dagegen ganz bestimmt. Hin und wieder fährt er in sein Geburtsland, stöhnt über die lange Fahrerei. Verwandtschaft ruft.

Samstag, 25.03.17

Junge TV-Moderatorin und aktive Anti-Rassismusaktivistin gibt einer rechtskonservativen Wochenzeitung ein Interview. Vermutlich, um deren Denke und Schreibe besser kennenzulernen. Und um den Verantwortlichen des Blattes ihre eigene Meinung dazu kundzutun. Ein Entrüstungssturm bricht über die junge Frau herein, besonders in den "Sozialen Medien". Alleine schon das Reden mit Menschen, deren Gedanken und Handeln man ja überhaupt nicht teilen muß, die man entschieden ablehnen kann, ist ein medialer Verstoß in unserem Land, in dem Meinungs- und Pressefreiheit doch fundamental hochgehalten werden, die von anderen Ländern, in denen diese Freiheiten nicht vorhanden sind, entschieden eingefordert werden?



Freitag, 24.03.17

Debatte im Landtag. Warum diese Polemik, persönlichen Angriffe? Stimme und Mimik und Gestik sind auf Verletzen auf Herabsetzen, auf Lächerlichmachen ausgerichtet. Sachliche Beiträge sind die Ausnahme, sie ernten weniger Beifall als die Scharfmacher am Pult.

Donnerstag, 23.03.17

Die Urne schwimmt nur 20, 30 Sekunden lang, dann sinkt sie rasch hinab im dunklen Wasser, ist im Nu den Blicken entschwunden. Nichts, absolut nichts bleibt zurück vom Menschen, den man kannte. Rückkehr dorthin, wo einst alles Leben entstand? Auf Friedhöfen gibt es eine Stelle, wo man hingehen kann. Hier bleibt die Weite der See, trotz Koordinaten nicht mehr aufzufinden, wo genau es war, nur noch Wasser bis zum Horizont.

Mittwoch, 22.03.17

Manche Menschen trauern um ihr Herzi, ihr Bärchen, ihre Mausi, ihren Schatzimann weniger als Tiere, die ihren Partner verlieren. Soll man diese Menschen beneiden? Oder doch eher fürchten?



Dienstag, 21.03.17

Flächendeckendes W-LAN in Arbeit, übers ganze Land verteilt. Noch mehr Autisten, die mehr und mehr in ihre Smartphones, Pc´s, Tablets versinken? Der Begriff "Surfen" in aller Munde. Surfen? Nicht wissen, was und warum, Hauptsache ins Internet? Switchen, chillen, langweilen? Fettpölsterchen anlegen und argwöhnisch die Ranken, Schlanken beäugen?

Montag, 20.03.17

100 % Ja-Stimmen. Beängstigend, gibt´s sonst eigentlich nur bei Parteitagen in Diktaturen, doch nur fast, denn selbst dort wird noch der Schein von Demokratie gewahrt. So um 98 und 99 %, ein paar Gegenstimmen müssen schon sein. Doch der Merkel-Herausforderer bringt satte 100 % auf die Waage. Fast muß man ihn bedauern, denn die mit diesem Votum geschürten Erwartungen kann er nie und nimmer erfüllen.

Sonntag, 19.03.17

Haustürgeschäfte, die Zeitungen voll mit Berichten über betrügerische Machenschaften, Warnungen vor Reinfällen. Doch die Schnäppchensucht schaltet wohl oft den Verstand auf Sparflamme um, selbst bei Leuten, die sich einen ordentlichen Handwerksbetrieb leisten könnten. Wenn dann die Farbe des so günstigen Anstreichers schon bald zu blättern beginnt, ist das Wehklagen groß. Und Schwarzarbeit war´s auch noch.



Samstag, 18.03.17

Beneidenswert, die Empathielosen, die Gefühllosen. Die mit "hatte ja sein Alter", "Leben geht weiter" so rasch zur Hand sind. Sie leiden weniger bis kaum.

 

Freitag, 17.03.17

Intensivtäter, Gewalt, Autoaufbrüche, Körperverletzung, Drogen, Jugendgericht. So sind sie nicht auf die Welt gekommen. Wo sind die Eltern, wo die Großeltern? Wo die Gesellschaft, die sie so hat werden lassen?

 

 

Donnerstag, 16.03.17

Tolle Wohnung, Designmöbel, wahrscheinlich sündhaft teuer. Sterile Sauberkeit, Licht, Luft,Helligkeit. Da verdiente auch ein Innenarchitekt dran. Doch so weit das Auge blickt und sucht: Nicht ein einziges belletristisches Buch, nirgendwo, nichts, auch die obligatorische Rundumführung gibt nichts her, keine Bibliothek, kein anderer Raum birgt Bücherschätze. Nur Deko-Bücher, Bildbände, Architektenhandbücher zumeist, an ausgesuchten Stellen plaziert, katalogförmige, unhandliche Stücke, mehr nicht.

Intelligente Hausherren; was das bücherfreie Domizil dem Besucher verrät, erschließt sich ihnen offensichtlich nicht.



Mittwoch, 15.03.17

Islam hat nichts zu tun mit Islamismus, heißt es. Dann doch wohl auch katholisch nichts mit Katholizismus, protestantisch nichts mit Protestantismus? Wer will das ernsthaft glauben?

Dienstag, 14.03.17

Falls es Außerirdische irgendwo im All gibt - inzwischen werden des öfteren Planeten mit erdähnlichen klimatischen Verhältnissen entdeckt, die Leben in unserem Sinner vielleicht ermöglichen -: vor ihnen brauchen wir eigentlich keine Angst zu haben. Schlimmer als wir können sie vermutlich kaum sein, betrachtet man sich heute unseren Globus und die darauf hausende Spezies Mensch.

Samstag, 11.03.17

Überall in Europa, fast auf dem ganzen Globus, erstarken rechter Strömungen. Wieso eigentlich? Welche Ursachen stecken dahinter? Hört man - außer den üblichen Redewendungen und Floskeln und Schimpfereien- nichts wirklich Erklärendes, nichts Aufhellendes drüber.



Montag, 06.03.17

Immer mehr Hunde, meldet die Zeitung. Und das in der Stadt, bundesweit. Die Erklärung ist wohl ziemlich einfach. Hundehaltung zum privaten Nutzen, kein Jäger, kein Bauer, kein Wachhund, heißt Mensch-Ersatz, heißt Vereinsamung. Immer mehr sogenannte Single-Haushalte, immer mehr Alleinerziehende, immer mehr Ältere, die inzwischen allein auf der Welt sind. Der Hund als Therapeut. Er lebt mit in der Wohnung, auch im 5. Stock, er erhält Futter, um das sich die Hungernden in der Welt prügeln würden, so um 40 % der Halter nehmen ihn mit ins Bett, heißt es auch. Soweit, so gut. Und er produziert Hinterlassenschaften, um deren Beseitigung man sich weniger enthusiastisch kümmert. Bürgersteige, die im Dunkeln oft unpassierbar sind.

Mittwoch, 01.03.17

In der freien Wirtschaft sitzen in der Regel die Qualifiziertesten an der Spitze,  von Ausnahmen abgesehen. Da gibt es eine gnadenlose Auslese, wenn der Erfolg ausbleibt oder verblaßt. In der Politik ist das anders, da kommen Menschen in verantwortliche Positionen und Aufgabenbereiche, von denen sie nicht unbedingt etwas verstehen müssen, wenn ihre Parteibiographie stimmt, wenn "Stallgeruch" vorhanden ist. Dabei können sie zumeist viel mehr Unheil anrichten als die in der Wirtschaft Verantwortlichen.  

Dienstag, 28.02.17

Der Hund wird erzogen, strenge Befehle, Übungen für den Hund, immer und immer wieder. Der Mann ist unnachgiebig, hat für die Umwelt keinen Blick. Hund als willkommenes Mittel, seine eigene Macht, seine eigene Wichtigkeit zu demonstrieren? Besonders für Menschen geeignet, die ansonsten in ihrem Leben nicht viel zu sagen haben? Wohl nicht ganz so selten anzutreffen.



Montag, 27.02.17

Rosenmontag. Nicht die Fastnachtsnarren sind lächerlich.

Eher schon die nicht komtümierten Narren; jene sind nicht selten noch dazu gefährlich. Man muß sich nur umschauen.

Sonntag, 26.02.17

Aufs Trimmrad im Hobbykeller, nicht joggen, der waagerecht ankommende Regen macht die Entscheidung leicht. Die Langeweile des Wändeanstarrens wird mit YouTube überbrückt. Wie auch immer, in letzter Zeit sind andauernd ehemalige Wochenschauen aus der Nazi-Zeit im Angebot. Heute der Krieg gegen Frankkreich, Holland, Belgien in der Anfangsphase des Zweiten Weltkriegs. Ganze 40 Minuten lang. Panzer, marschierende Männer, Radfahrer mit Gewehren, Pferdefuhrwerke, Flugzeuge; wohin man schaut, junge Männer, freundlich dreinblickend,  zumeist, lachend, dann schießend, kein Spielfilm, sondern ernst, kein Kammerstück, sondern Realität. Dörfer und Städte sinken in Schutt und Asche durch Bomben, Artillerie- und Panzerbeschuß. Endlose Gefangenentrecks, sie haben vielleicht das Schlimmste hinter sich. Die jungen deutschen Soldaten ahnen nicht, was in nicht allzu ferner Zukunft auf sie zukommen wird.

Samstag, 25.02.17

Immerzu wird die Freiheit der Rede, werden die Vorzüge der Demokratie, das Recht auf Meinungsfreiheit beschworen, die vollumfänglich in unserem Land vorhanden wären.

Trifft das alles wirklich zu? Gilt das nicht alles nur für einen bestimmten Korridor im Nachrichten- und Meinungsstrom, von dem nicht abgewichen werden darf, wenn man nicht ausgespfiffen, wenn man, sofern man einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, nicht mundtot gemacht werden, nicht beruflich ruiniert werden will?



Freitag, 24.02.17

Donnerwetter. Im selbstgewählten "Outback" nachrichtentechnisch wirklich von der Rolle. Doch dann, retour in der Wirklichkeit: Der Messias ist über Deutschland gekommen? Reichensteuer, mehr Steuern für Top-Verdiener, Agenda 2010 ist an allem Elend schuld. Elend? Der Messias-Vorgänger hat das alles auch schon mal verkündet, kam nicht sehr weit damit. Wer kein Elend hat, dem kann man´s meist auch nicht so gut einreden. Ach ja, Wahlen stehen an. Wie im Fußball: der neue Trainer kommt, die Wogen gehen hoch, nach der Anfangseuphorie werden sie häufig wieder gefeuert. Vielleicht hat der neue Messias mehr Glück dieses Mal.

Sonntag, 19.02.17

Allmaehlich beginnt man Einsiedler zu verstehen. Sie kriegen nichts mit von der Welt, teilen deshalb auch nicht deren Sorgen. Das Glück muss beinahe vollkommen sein.

 

Freitag, 17.02.17

Merkwuerdig, kaum ist man raus aus der Welt, ringsum Wasser, Himmel, handverlesene Menschen, Meeresgetier, und schon existieren die Trumps, Putins, Erdogans, Merkels und all die anderen an den Schalthebeln der Macht nur noch am Rande. Die Sorgen, die sie uns bescheren, ebenfalls.



Donnerstag, 16.02.17

Szenenbildwechsel, wie er krasser kaum sein kann. Vom Menschengewusel aufs Eiland mitten in der See. Als ob der Stecker für den Ton gezogen wurde. Stille, die aufs erste fast beängstigend wirkt, dazu noch Nebel. Die Zeit steht - fast - wirklich still. Wie lange könnte man´s ertragen, wenn´s für immer sein müßte?

Mittwoch, 15.02.17

Schon dreist. In der Nachrichtensendung werden dieselben Bilder gezeigt, die am Vortag für Syrien eingespielt wurden, diesmal müssen sie für Libyen herhalten. Es geht um Flüchtlinge und deren mögliche Rückführung. Was soll der Zuschauer noch für wirklich halten, was soll er noch glauben? Es war die Tagesschau der ARD. 

Dienstag, 14.02.17

Unter der Dusche wieder der Schwarze, der Dr. der Mathematik. Offensichtlich froh, den Weißen, den einzigen Verbliebenen im Duschraum, wieder anzutreffen. Auf Ermunterung, er mache im Schwimmunterricht sichtbare Fortschritte, zeigt er weniger Optimismus, hadert mit den bislang erlernten Techniken. Das Wasser ist nur hüfthoch, mit dem er sich unter Anleitung von Schwimmlehrern vertraut zu machen versucht.  Einer seiner Brüder, so erzählt er gestenreich, sei im Fluß seines Heimatlandes ertrunken, deshalb die Weisung des Vaters an ihn, in Deutschland das Schwimmen zu erlernen. Am Ende sagt er: "Tschüß, bis nächste Woche", und zeigt seine Zähne beim Lachen. Sein Deutsch ist fabelhaft.



Montag, 13.07.17

 

"Erhrlich gesagt.... ", "Mal ganz ehrlich... ", "Wenn ich mal ganz ehrlich bin ....". Wer so spricht - und man hört es häufig - , sagt ansonsten auch Unehrliches? Er gibt im Grunde gelegentliches Lügen zu. Ja, es ist so eine Sache mit den Redewengungen, sie können so viel aussagen über denjenigen, der sie benutzt.  

 

Sonntag, 12.02.17

Wahlen stehen vor der Tür. Das Führungspersonal der Parteien nimmt Abschied von vor kurzem noch schier unverrückbaren Positionen. Man schielt nach den Wählern, beobachtet Meinungsumfragen, ändert Parteiprogramme, verspricht Dinge, die vor nicht allzu langer Zeit als unsäglich abgetan worden wären. Kein Populismus? Nein, natürlich nicht. Der Kreis der Vorturner und Meinungsmacher, der noch ernstzunehmen ist, schmiltzt wie Schnee in der Sonne.

Samstag, 11.02.17

Ein wohlmeinender Lehrer riet einst dem Blogger, alles im Leben zu beginnen, nur keine Politikerlaufbahn. Beim Rundumblick durch die politische Landschaft und Inaugenscheinnahme ihrer Akteure und deren mehrheitliche charakterliche Strukturierung: Welch ein weitsichtiger Mann! Der Dank ist grenzenlos!



Freitag, 10.02.17

Fast alles firmiert heute unter "Bio": Tierhaltung, Düngung, Getreide, Obst und Gemüse auf natürliche Art halten, anbauen und ernten. Nur ist es nun mal so, daß der Bio-Landwirt mit überschaubarem Grund und Boden lediglich so um 100 Menschen versorgen kann. Deutschland hat 80 Millionen Einwohner. Mit Bio-Landwirtschaft sind diese nicht zu ernähren. Natürliche Düngung heißt jede Menge Gülle, Gülle heißt Vieh, heißt jede Menge Weideland, das für Lebensmittel-Getreide verlorengeht. Hinzu kommt noch zunehmend der Verlust an Flächen für den Anbau von ursprünglich für die Ernährung vorgesehenen Pflanzen für erneuerbare Energien, u. a. Mais und Raps, sogar Roggen und Weizen. Deutschland muß inzwischen bereits für die menschliche Ernährung benötigtes Getreide importieren, und zwar aus dem Trump-Land. Der Latzhosen-Bauer allein kann´s mit Sicherheit nicht richten.       

Donnerstag, 09.02.17

Wieder mal am Wassersaum entlanggelaufen. In dieser Jahreszeit, bei diesem Wetter alleine unterwegs, nur drei Frauen mit ihren Hunden begegnet. Wen mögen die Vierbeiner in ihrem Leben ersetzen? Wie heißt es in Gottfried Benns Gedicht "Was schlimm ist":  "Wellen schlagen hören und sich sagen, daß sie das immer tun."

 

Mittwoch, 08.02.17

Manche Menschen machen einen schon nervös, wenn man ihnen nur zuschaut. Sie sind immer in Eile, immer in Hast, meist "tierisch in Zeitnot". Mit dem Hintern werfen sie um, was sie vorne aufgebaut haben. ADSH? Vorwurfsvoller, empörter Blick. Ich ? Was soll das denn? Natürlich nicht, was für eine Frage überhaupt! Und die Kinder natürlich auch nicht. Noch empörterer Blick. Auch wenn die rund um die Uhr zappeln.



Dienstag, 07.02.17

Selbst namhafte Leute aus Politik, Kunst, Wirtschaft "posten" in den sogenannten "Sozialen Medien" (Was das dortige Treiben mit sozial zu tun hat, bleibt ein Rätsel). Man twittert (kommt von Zwitschern .... noch Fragen?), ist auf dem "Fressebuch" und vergleichbaren Internetportalen unterwegs. Und blamiert sich oft nach Strich und Faden. Das geschriebene Wort hat gegenüber dem gesprochenen eine fundamental andere Wirkung. Mal ganz abgesehen von der Rechtschreibung, die auch beredtes Zeugnis über den Schreiber abliefert. Das Schreiben im Netz entschuldigt mitnichten die Fehler, das erkennt man rasch, nein, sie können keine Rechtschreibung, auch Fraktionsvorsitzende und Minister und Vorstandsvorsitzende, die offenbar über zuviel Zeit verfügen, blamieren sich, wenn keine Assistenten und Sekretärinnen um sie herum  sind. Vom oft kruden Inhalt ihrer Beiträge mal abgesehen.  

Montag, 06.02.17

Poetry Slam, zum ersten Mal besucht, Disco-Atmosphäre, schon eine halbe Stunde vor Beginn eine lange Schlange vor der Kasse. Ja, ist das Literatur? Sprechgesang in Monologformat? Das Publikum ist jung, die Akteure sind jung, höchstens mal einer um die Vierzig. Alle ziemlich aufgekratzt, Akteure wie Besucher. Ja, es ist Literatur, mitunter auch Poesie, Lyrik, nicht plump, nicht "reim`dich oder ich freß` dich" - Art. Auch feinsinnige Texte darunter, nachdenklich stimmende, nur selten mal schnurstracks politisch. Ja, man kann von Literatur sprechen, anders dargeboten, irgendwie oft mitreißend, man ertappt sich dabei, laut losgelacht zu haben. Das junge Publikum ist aufgeweckt, ist still an den richtigen Stellen, lacht oder gluckst an den nicht falschen Stellen, dankbar vom Vortragenden bemerkt. Es wird nicht der letzte Poetry-Slam-Besuch sein.

Sonntag, 05.02.17

Es gibt ihn also auch, wir ahnten es doch, den Linkspopulismus. Nun ist er unüberhörbar. Der neue Kanzlerkandidat ruft hinaus, daß das Land ungerecht ist, klagt soziale Gerechtigkeit ein, bezahlbaren Wohnraum, bessere Bildung, Kostenerstattung von der Kita bis zur Uni, fordert die besondere Reichensteuer ein, die Kürzung von hohen Vorstandsbezügen und so weiter und so weiter.

Apropos Populismus. Was ist eigentlich schlecht daran? Kommt aus dem Lateinischen, Populus = das Volk. Ohne Volk bekanntlich keine Demokratie (kommt aus dem Griechischen = demos = Volk). Also soll doch das Volk der Souverän sein, nach dem sich alles ausrichtet. Oder etwa nicht? Oder gilt seine Meinung nur dann etwas, wenn sie den selbsterklärten Meinungsführern genehm ist?



Samstag, 04.02.17

Trotz vorsichtiger, aber eindeutiger  Hinweise an den gegnerischen Anwalt, daß die Titelschutzklage wohl nicht erfolgreich sein wird, wird aus nichtigem Anlaß Klage am Landgericht eingereicht. Nun erfolgte in letzter Minute die Klagerücknahme. Die außergerichtlichen Kosten plus Gerichtskosten summieren sich für die Klägerin inzwischen auf ca. 6.000 Euro. Wozu das alles, warum - um Himmels willen - wurde dieser Streit vom Zaun gebrochen? Der Anwalt der Klägerin erhält sein volles Honorar, der Anwalt des Beklagten ebenfalls, dazu kommen die außergerichtlichen Kosten des Beklagten, das Landgericht kassiert die Gerichtskosten. Zahlungspflichtig ist allein die Klägerin.

Freitag, 03.02.17

Die Kanzlerin mit erhobenem Zeigefinger in Ankara, Rechte für die Bevölkerung einfordernd. Müssen wir uns wirklich um alle Kalamitäten auf der ganzen Welt kümmern? Wer sich überall einmischt, hat bald Probleme, die man sich besser erspart hätte, holt sich Probleme ins eigene Land, die dort nichts zu suchen haben. Und nicht alle Länder wollen nach unserer, nach der westlichen Werteskala leben.

Dienstag, 31.01.17

Tausende von Teenies samt Eltern und Großeltern jubeln zwei jungen Sängern zu, Zwillinge, die in zerfledderten Jeans auf der Bühne stehen, in Kniehöhe die Hosen mit handgroßen Löchern versehen. Alle sind aus dem Häuschen, am anderen Tag auch die Zeitung. Wie das wohl bei unseren Zugewanderten, Schutzsuchenden ankommt, für die man noch vor ein paar Monaten große Kleidersammlungen veranstaltete?


Montag, 30.01.17

Frankreich, von der Fläche reichlich größer als Deutschland, nimmt jährlich 30.000 auf, die USA - nach Trump - wollen max. 50.000, andere EU-Staaten wollen eigentlich überhaupt keine Einwanderer/Flüchtlinge aufnehmen. Deutschland kennt keine jährliche Aufnahmebegrenzung; 2015 sollen es fast 1 Million gewesen sein, 2016 gut eine Dreiviertelmillion, mit dem anlaufenden Familiennachzug entsprechend mehr. Schaffen wir das wirklich?

Freitag, 27.01.17

Kinder turnen in den Einkaufswagen herum, junge Mütter/Väter schieben oder auch die Großeltern, die besonders, weil so stolz auf den Nachwuchs vom Nachwuchs. Das Turnen findet in den selben Schuhen statt, mit denen die Kleinen zuvor auf der Straße unterwegs waren, Hundehaufen nicht ausgenommen. Der Nächste, der diesen Einkaufswagen holt, legt kaum verpackte Ware hinein, vom Bäcker das unverpackte Brot.

Donnerstag, 26.01.17

Welchen Radiosender man auch einschaltet, überall wird geredet, geredet, geredet. Das Wenigste sind Nachrichten, der eigentliche Auftrag des Rundfunks. Warum denn, gerade bei den Öffentlich-Rechtlichen, so viele Rate-, Glücks- und wer-weiß-was-noch für Spiele, warum so viel Flaches, Bedeutungsloses? Zählt das noch zur Grundversorgung, der eigentliche Auftrag zumindest der gebührenfinanzierten Sender? Oder will man die Menschen damit "abholen", damit sie auch zugegen sind, wenn sie Ernstes, wenn sie ihre Botschaften hinaussenden, die ihre ureigenen sind, wenn sie Meinung machen, wenn sie beeinflussen wollen?



Mittwoch, 25.01.17

Was ist los mit der Welt. In Moskau ein Macho an der Macht, neuerdings in Washinton auch einer, in den übrigen Teilen des Erdballs jede Menge Egomanen, die auch über zu viel Macht verfügen. Zum Gruseln. Wenn sie doch wenigstens nur über Keulen und Flitzebogen befehligen könnten.

Dienstag, 24.01.17

Warten im Auto mit Youtube verkürzt. Neuderdings viele ehemalige Wochenschauen im Angebot, aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Da wird einem ganz anders, wieder einmal. So viele junge Gesichter, lachend, winkend, die in den Krieg ziehen, Szenen aus dem Vormarsch Richtung Osten, Panzerkolonnen, Flugzeuggeschwader, Marschkolonnen, Gefechte. Nur eigene Verwundete, keine gefallenen eigenen Soldaten. Sie alle ahnen nicht, für was sie in den Krieg getrieben werden, ahnen nicht, daß sie schon bald auf der Flucht sein werden, zurück, die Rote Armee treibt sie vor sich her. Zu Tausenden, Abertausenden werden sie sterben, in Gefangenschaft geraten, nicht mehr heimkehren in ihre Dörfer, Städte.

Montag, 23.01.17

Der Nationalismus in der Welt, insbesondere in Europa, greift immer mehr um sich. Beängstigend. Und das im Zeitalter der fallenden Grenzen und der Globalisierung, der sekundenschnellen Kommunikation rund um den Globus, quer durch alle Kontinente und Länder. Vielleicht sind diese Dinge mitverantwortlich für diese Entwicklung?



Sonntag, 22.01.17

Trüber Vormittag, kaum Menschen draußen, ein Vater tollt mit dem kleinen Töchterchen an einem großen Findling herum. Gequietsche, Glucksen, das Kind ist seelig, kommt den Fremden entgegen, leuchtende Augen, unübersehbar schon etwas erschöpft vom anstrengenden Spiel, es lächelt, lacht, glücklich. Was gibt es Schöneres?

Samstag, 21.01.17

Großer Aufreger, verdreckte Schultoiletten, die Zeitung berichtet, ekelige Zustände, Kinder trinken nicht mehr, um nicht hinzumüssen. Mhmm, was ist mit den Eltern, den Großeltern der Kinder, denn es sind Kinder, die das Chaos, die Zerstörungen, den Schmutz, die Fäkalien dort verteilen? So ist deren Nachwuchs gewiß nicht auf die Welt gekommen; was hat sie so werden lassen?

Freitag, 20.01.17

Verteidigung von Demokratie und Meinungsfreiheit wird beschworen im ganzen Land, von ganz oben bis in kleinste Zirkel. Auch gültig für nicht strafbewehrte Meinungen, die sich außerhalb des Mainstreams bewegen? 



Donnerstag, 19.01.17

Viele Mailadressen heißt, mit Spams, mit Werbemails, schlimmstenfalls betrügerischen Mails, die Viren und Trojaner auf die Festplatte transportieren, überschüttet zu werden. Die Spamfilter der Mail-Provider schaffen die Sperre nicht immer, die betrügerischen Nerds sind oft einen Schritt voraus, das Leck kann immer nur im Nachhinein geschlossen werden. Die Schutzprogramme können nur reagieren, nicht agieren. Schade, daß man die Absender nicht - noch nicht? - identifizieren kann.

Mittwoch, 18.01.17

Professor stellt Studie über "braune" Politiker vor, insbesondere Landtagsabgeordnete, die 1945, nach Kriegsende und dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft, wieder in Amt und Würde gelangten. Schon beklemmend, wie das gelegentlich ziemlich reibungslos klappte. Millionen Männer fielen, kamen in der Gefangenschaft um. Waren nicht genug Männer aus dem Krieg heimgekehrt, die unbelastet waren und das Zeug dazu hatten? Oder waren überhaupt zuviele Menschen Mitglied der NSDAP gewesen, so daß auch deshalb nicht genügend unbelastete Menschen für den Neuanfang zur Verfügung standen?

Dienstag, 17.01.17

Erneut ein großformatiger Briefumschlag eingetroffen. Der Mann, über 80zig, schreibt sich regelmäßig seine Sorgen und Befürchtungen von der Seele, die ihn angesichts der Politik umtreiben. Schreibt an viele Zeitungen, Parteien, Politiker, hin und wieder erhält er Antwort, zumeist unbefriedigend, wie er in seinem Brief festhält. In vielen Dingen hat er recht, muß man so sehen.



Montag, 16.01.17

Öffentlicher Grund, sogar Landschaftsschutzgebiet, soll für eine private Gedenkstätte verwendet werden, darauf läuft die Sache hinaus. Eine spontane Bürgerinitiative kippt das Ding, wird zum gallischen Widerstandsdorf, schon deshalb, weil die geplante Kapelle alles andere, aber nicht das versprochene international anerkannte Kunstwerk sein würde, wie der Bund Deutscher Architekten glaubhaft ins Feld  führt. Die Bürgerinitiative macht nicht den Eindruck, daß sie vor einer erneuten Auseinandersetzung in der Sache zurückscheut. Hut ab.  

Sonntag, 15.01.17

Es wird gesurft, offenbar eine Hauptbeschäftigung allüberall. Nein, nicht vor Sylt in der großen Welle, die dort eher selten anzutreffen ist. Nein, im Internet, mittels Smartphone, Tablet, Laptop, PC. Surfen bedeutet so etwas ähnliches wie switchen im Fernsehen, von Programm zu Programm springen, bis was gefunden wird, was vielleicht interessieren könnte. Oder auch nicht. Dann weiter surfen. Ohne festes Ziel, ob TV oder Internet? Was treibt den "Surfer" an? Langeweile? Überdruß? Fantasielosigkeit, eigene Aktivitäten zu entfalten? Nur schauen, nichts tun, selbst nichts auf die Beine stellen?

Samstag, 14.01.17

Da werden in einem Geschäft, gar nicht so klein, "Mohrenköpfe" angeboten. Donnerwetter! Das ist schon mutig, wird anderswo als rassistisch gebrandmarkt. Als "Schaumküsse" sind solche Kreationen jetzt auf dem Markt oder so ähnlich jedenfalls. Weiß man´s im Geschäft nicht besser oder steckt da noch mehr dahinter?



Freitag, 13.01.17

Ursprünglich mal superkorrekt angezogen, dann auf einmal anstelle von Fliege/Krawatte/Anzug/glatt rasiert nun offenes Hemd, Jeans, Fünfttagebart (sorgfältig gepflegt), auch schon mal andeutungsweise leicht angeschorene Kopfhaare auf der Seite. Warum das alles? Das trägt/macht man heute so. Bis in die obersten Chefetagen, Ministerien. Schon mal was von mitschwimmen gehört, von konform statt nonkonform? Auch eine Art von Populismus. Und so verräterisch.

Mittwoch, 11.01.17

Keine Schilder mehr "Refugees welcome /Flüchtlinge willkommen"? Nahezu überall entfernt. Geräuschlos, ohne daß man das richtig mitkriegt. Auch die stark engagierte Tageszeitung hat das Thema nicht mehr drauf. Was hat sich geändert, was ist passiert?

Dienstag, 10.01.17

Vier Leute, jung bis 60iger, machen publikumswirksam mit der Tageszeitung einen Selbstversuch: ohne Smartphone!
Schon nach einem Tag die wahre Verzweiflung, Panik, von der Außenwelt abgeschnitten. Sucht? Totale Abhängigkeit? Wie konnte die Welt nur bisher ohne diese Geräte existieren? 



Montag, 09.01.17

Nanu, plötzlich alle Bäckereiverkäu-ferinnen ohne Namensschild auf der Brust? Nachfrage hilft weiter: Wenn der Kunde den Namen lesen kann, kann er auf Facebook das "Profil" der Namensträgerin einsehen. Donnerwetter, das ist ein Argument!
Also das Normalste in der Welt, daß man bei Facebook registriert ist? Und daß das, was dort freiwillig reingestellt wurde, per Recherche nicht aufgefunden werden darf? Eigenartige Auffassung von Datenschutz oder was auch immer das sein soll.

Sonntag, 08.01.17

Was ist eigentlich mit den Wölfen im Lande? Lange nichts mehr davon gehört. Aktuell vorliegende Zahlen weisen 46 Rudel aus plus 15 Wolfspaare und vier Einzelwölfe. 46 Rudel bedeuten bei durchschnittlicher Rudelstärke von 15 Tieren rd. 700 Wölfe. Sie verzehren pro Tier rd. 5 kg Fleisch/Tag, was also 3.500 kg, also 3,5 Tonnen Fleisch am Tag, entspricht. Die Spuren ihrer Mahlzeiten müssen unübersehbar sein, zumindest bei der Jägerschaft; man hört aber nichts in der Öffentlichkeit davon. Zufall? Geht man mal von mindestens zwei Wölfinnen/Rudel aus, also rd. 90 Wölfinnen, die jährlich einen Durchschnittswurf von 5 Welpen aufweisen, dann kommen demnach jedes Jahr rd. 450 Jungwölfe hinzu, Tendenz steigend mit der absoluten Bestandszahl (die verendenden Tiere nicht berücksichtigt). Nur eine Frage der Zeit, wann der erste Mensch zu Schaden kommt.

Samstag, 07.01.17

Vier mehr oder weniger namhafte Leute, zwei Frauen, zwei Männer plus Moderator diskutierten öffentlich darüber, warum sich junge Leute, selbst Jugendliche darunter, vermehrt radikalisieren, sich extremen Gruppen anschließen und die eigene Gesellschaft bekämpfen, auch mit der Waffe in der Hand.

Das Ganze lief nicht so gut, in der Schule hätte es geheißen: "Thema verfehlt". Lang und breit nur Ist-Zustände-Beschreibung, kaum Ursachenforschung, noch viel weniger die Frage, wieso Heranwachsende, zum Teil aus gutbürgerlichem Millieu, sich von ihrer Herkunftsgesellschaft abwenden.



Donnerstag, 05.01.17

Der Klimawandel ist im Gange, nur Fundamental-Skeptiker leugnen das. Doch darüber, ob er menschengemacht ist, darf man auch seriös streiten. Grönland zum Beispiel, eisüberzogen, hat seinen Namen von seiner früheren Beschaffenheit: das grüne Land. Mal unter Eis, mal grün, wieder unter Eis, nun wieder auf dem Weg zu grün? Bei den nachweisbaren zurückliegenden - weltweiten - Klima-Veränderungen gab´s noch keine Autos, keine Kraftwerke, keine Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2), jedenfalls nicht vom Menschen verursachte, der größtenteils nicht mal existierte.

Mittwoch, 04.01.17

Wieder mal ist in den TV-Nachrichten die Rede von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, die gemeinsam etwas zu berichten haben, treten seit 2014 als sogenannter Rechercheverbund auf. Von investigativer Arbeitsweise ist die Rede,

auch offiziell. Hört sich höchst geheimnivoll an. Soll erstmal bis 2017 andauern.

Schon merkwürdig, auch beunruhigend. Zwei öffentlich-rechtliche Sender arbeiten mit einer privatwirtschaftlich geführten großen Zeitung zusammen, machen damit - als Beifang sozusagen - Reklame für diese. Dabei ist eigentlich Konkurrenz angesagt. Und hier? Leitmedien? Man fragt sich, warum andere Zeitungen, die ums Überleben zu kämpfen haben, nicht dagegen vorgehen. Das Vertrauen in die Medienlandschaft wird dadurch jedenfalls nicht gestärkt.

Dienstag, 03.01.17

Alle zerbrechen sich die Köpfe über die Probleme der Silvesternacht und die große Zahl der Eingewanderten. Allerorten Streit über Zahlen, Begrenzungen, Rückführungen, Eingliederung und so weiter.

Könnte es sein, daß es um ganz etwas anderes geht? Um eine neue Völkerwanderung von Süd nach Nord? Daß das, was wir beobachten, erst der Anfang ist? Und nicht zu stoppen? Solange jedenfalls nicht, wie Reichtum und Armut und Bürgerkriege so ungleich verteilt sind in der Welt? 



Montag, 02.01.17

Sollte sich doch nichts ändern durch die große Zahl der Eingewanderten, hieß es allerorten. Und nun zum Silvesterfeuerwerk Großaufmarsch von Polizisten, die vorher nicht nötig waren? Paßt irgendwie nicht zusammen.

Samstag, 31.12.16

An der Ecke treffen ein paar Hunde aufeinander, mit dem nötigen Ausführpersonal an der Leine. Wildes, aber nicht feindseliges Gekläffe. Dann unüberhörbare Konversation der Zweibeiner untereinander. Intensiv, detailverliebt, engagiert, beseelt. Man könnte meinen, junge Frauen tauschten sich über ihre Babys aus.

Freitag, 30.12.16

Im Supermarkt gibt´s Abschußbatterien für`s Feuerwerk für 70 Euro zu kaufen, Dauerfeuer für fast zwei Minuten. Untersuchungen ergaben, daß Unterschicht bzw. Bildungsferne am intensivsten Böller und Raketen kaufen. Deren Geldbeutel ist bekanntlich nicht so üppig gefüllt. Hegen sie mehr Hoffnungen und Wünsche ans neue Jahr als die Besserbetuchten?



Donnerstag, 29.12.16

Arme Kinder. Mütze, Handschuhe, wattierte Jacken, dickes Schuhzeug. Wofür? Von der Haustür ins Auto, vom Auto rein in die Kita oder Schule. Klar, Wasserflasche muß mit. Dasselbe rückwärts mittags oder später. Und trotzdem oder gerade deswegen alle naselang krank, erkältet. Kaum mal draußen des Draußenseins wegen. Aber Weltmeister im Daddeln auf allen möglichen Tastaturen in der warmen Stube. Mit Speckröllchen, kaum daß sie zehn Jahre alt sind. Arme Kinder.

Mittwoch, 28.12.16

Immerzu hört man von der Weisheit der Alten, von denen die Jungen lernen können. Muß auf einem anderen Planeten sein. Ich kenne in meiner ziemlich weiten Umgebung keinen einzigen weisen alten Mann, keine einzige weise alte Frau. In Hülle und Fülle dagegen bei den vermeintlich Weisen: jede Menge Schubladen mit Vorurteilen und skurrilen Angewohnheiten und Ansichten, die sich auch noch ständig vermehren.

Dienstag, 27.12.16

Festtagskater in den Gesichtern. Wozu feiern sie Weihnachten, wo doch sowieso immer weniger mit der Jesus-Botschaft etwas anfangen können. Von den Religionen mal ganz abgesehen, die das Christentum grundsätzlich ablehnen. Es gibt schon Städte und Gemeinden, da nennt man den Weihnachtsmarkt bereits nicht mehr Weihnachtsmarkt, damit keiner verprellt wird.

 



Montag, 26.12.16

Voller Verwandten- und Bekanntenansturm überall, 2. Feiertag, Besuche stehen an. Kaum Kinder auf der Straße. Kein Spielzeug mehr zum Draußenspielen, sie sitzen drinnen und tippen auf ihren neuen Smartphones, Tablets, Spielekonsolen herum. Langweilen sich bald. Tun einem leid.

Orkan ist über Nacht angesagt für ganz Schleswig-Holstein. Auf den Halligen werden sie alles niet- und nagelfest machen. Bestimmt gibt´s Landunter. Die Leuten dort kennen das, regt keinen sonderlich auf.

Samstag, 24.12.16

Lange Pause. Obwohl jeder Tag was hergibt. Gutes wie Böses. Hält sich das die Waage? Schwer zu beurteilen. Die Medien beschäftigen sich mehr mit Problemen als mit guten Nachrichten. Erregt mehr Aufmerksamkeit. Meistens jedenfalls. Wie wär´s mal mit zweckfreien schönen Meldungen? Vielleicht kann ich ja in diesem Spalten mal mit gutem Beispiel vorangehen. Liest das dann noch jemand? Mhmm....

Dienstag, 28.06.16

Abmahnanwälte, durchsuchen - auch ohne Mandantenauftrag - das Netz nach irgendwelchen Verstößen. Auch Arglose werden angegangen, bedroht mit hohen Kosten und Gerichtsverfahren, arbeiten mit Einstweiligen Verfügungen. Parasiten viele von ihnen, fügen ihrem Stande großen Imageverlust zu, ist ihnen gleichgültig. Biedermann-Maske, sicher zuhause der liebe Pappi, vielleicht sogar angesehen in der Gemeinde, dem Dorf, der Stadt. Er maskiert sich mit durchaus seriösem Auftreten und Gehabe, Ausführung auch "ordentlicher" Aufträge.



Montag, 27.06.16

Sie zählen die Gehwegplatten, Kopf nach unten, ohne Smartphone, kein Blick auf den Entgegenkommenden. Angst? Unsicherheit? Abgehobenheit? Es gibt keine Alterskategorien, querbeet laufen sie umher.

Dienstag, 21.06.16

Volksfest in vollem Gange, eine Ecke mit Bühne und Lautsprechern für Junge Musik. Fast nur Mädchen aller Alterskategorien singen, mal solo, mal in kleinen Gruppen und Grüppchen. Ein Mann begleitet sie auf einem scheppernden Klavier. Kichern, Text vergessen, Arme und Hände, die nicht wissen, wo sie hingehören. Abgang oft wie eine Flucht. Am Rande Jungs unter dem Basketballkorb, Zwerge darunter und Riesen, eher selten geht´s in den Korb, meist daneben, mehr oder weniger weit. Nowitzki ist fern.

Montag, 20.06.16

Alle reden, bis hinauf zu den Leitmedien, mit größtem Selbstverständnis von den "Sozialen Medien" (facebook, twitter und Co.). Was ist an ihnen sozial?



Sonntag, 19.06.16

Leichtathletikmeisterschaft. Die Frauen in den Lauf- und Sprungwettbewerben im Slip und mit freiem Bauch unterwegs, die Männer wie immer stofflich abgedeckt bis auf Arme und Beine. Am Beachvolleystrand sieht´s ähnlich aus. Die Athletinnen zeigen gerne, die Zuschauer schauen gerne. Die Fußballfrauen dagegen wollen nicht halbnackt auftreten, wehrten sich und spielen wie die Männer im normalen Fußballdreß. Respekt!

Mittwoch, 15.06.16

Die Völker der heißen Erdteile kleiden sich in luftige, weite, den ganzen Körper bedeckende Textilien. Der Westen zieht sich aus in der Hitze, am liebsten total.

 

Dienstag, 14.06.16

Piercing heißt es, Metall durch die Lippen, die Nase,die Ohren. Die Sauna offenbart es: Metall durch die Schamlippen, die Vorhaut, die Brustwarzen. Der guten Sichtbarkeit halber rasiert. Offensichtlich durch alle Bevölkerungsschichten, oft gepaart mit Tatoos und anderen Bemalungen des Körpers. 



Freitag, 10.06.16

Steigende Tendenz, öffentlich eine Art Zwiesprache mit den Verstorbenen zu halten. Sie duzen sie, sprechen zu ihnen in höchstvertraulicher Weise, lassen ihre Monologe abdrucken in den schwarzumrandeten Anzeigen ihrer Lokalzeitung. Den Verblichenen erreicht die Botschaft nicht, für wen sind sie bestimmt, wer soll sie lesen?

Montag, 06.06.16

Der Mensch ist das einzige Wesen, das von Anfang an weiß, daß es sterben wird. Der Verdrängungsmechanismus muß riesig sein, wenn man sein Treiben so beobachtet. Als wenn´s doch das ewige Leben gäbe.

Sonntag, 05.06.16

Wilder Strand, unbewacht. Angezogene, Halbnackte,Ganznackte. Manches wird ausgelebt,was schon hundert Meter landeinwärts strafrechtlich geahndet würde. Man zeigt sich, vor allem diejenigen, die es figürlich besser sein ließen.



Samstag, 04.06.16

Bei uns im Stadtteil gibt´s Kirchenkids, keine Kinder. Und die Stadt heißt mit Nachsatz oder Erklärung "Sailing City". Und einen "Coffee to go" gibt`s auch.

Freitag, 03.06.16

Ehemals glühende Befürworter der Windernergie beginnen dagegen zu protestieren, darunter ganz prominente. Inzwischen ist von achtzigtausend Windmühlen die Rede, die bundesweit nötig seien, um im Mix mit Sonne und Biomasse die Energiewende wie geplant hinzukriegen. Sie haben sich wohl die Landkarte angesehen und überlegt, wo überall wohl noch Windmühlen aufgestellt werden müßten.

Donnerstag, 02.06.16

Es ist nicht merkwürdig, daß diejenigen, die unserer Hilfe besonders bedürfen, diese oft nicht annehmen?



Mittwoch, 01.06.16

Fußballdeutschland im Aufruhr, Löw hat seinen Kader aufgestellt, Reus nicht dabei, der könne im Augenblick nur geradeauslaufen. Reus, der ohne Führerschein. Schon verziehen vom Volk. Götze macht mit. Vielleicht wieder am Ende, kurz vor Schluß, mit der Brust annehmen, Volley mit links rein in die rechte Ecke (von Götze aus)? Schürrle ist jedenfalls auch wieder mit von der Partie.

Dienstag, 31.05.16

Am hellichten Tag, High Noon, Fahrlicht am Auto an, Tagfahrlicht. Will die EU einführen, verbindlich, von Nordnord-Norwegen bis nach Sizilien. Es gibt keinerlei belastbaren Erkenntnisse, keine Unfallstatistiken über den Nutzen außerhalb der skandinavischen Länder, woher die Sache stammt, weil sie dort eben andere Tageslichtverhältnisse haben. Licht am Auto kostet Energie, ist bekannt, spielt keine Rolle? Motorradfahrer sind vielleicht die Benachteiligten, vielleicht werden sie künftig noch öfter übersehen im Lichtermeer, weil nun alle mit Licht fahren. In NRW fahren deutlich weniger Leute mit Tagfahrlicht als in Schleswig-Holstein, beispielsweise. Vorauseilender Gehorsam?

Montag, 30.05.16

"destroyed yeans" nennt sich das, Löcher in den Hosen, gerne überm Knie, selbstgemacht, werden auch bereits in den Katalogen so angeboten. Daß nicht alle Kulturen rund um den Erdball den Westen als Vorbild sehen, muß nicht unbedingt verwundern.



Sonntag, 29.05.16

Was ist aus dem Auftrag der Grundversorgung der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten, sprich: Rundfunk einst, nun zusätzlich noch TV, geworden? Kochschows, Ratespiele, Stadtwetten, Nachrichten als Meinungsbildung. Wer nicht mitmachen will, muß gleichwohl dafür bezahlen.

Samstag, 28.05.16

Kleinkunst, Namenlose, sie lesen, musizieren, begeistert, bange Blicke nach den Besuchern/Zuhörern/Zuschauern. Bücher werden ausgelegt, die kaum jemand kauft, auch nach artigem Applaus nicht. Es gibt sie überall, oft sind sie ganz leise, introvertiert, die große Bühne werden sie nicht erreichen. Die Kunst hat ihre eigenen Spielregeln, Verbindungen, Netzwerke. Die ganz oben sind nicht immer die Besten, die Namenlosen nicht immer die Schlechtesten.

Freitag, 27.05.16

Jeden Abend die gleichen Bilder im TV. Flüchtlinge, Migranten, Schutzsuchende, Einwanderer. Was sind sie tatsächlich? Live dabei mit dem TV-Bild: Ein Boot im Mittelmeer kentert,unzählige Menschen im Wasser, mehrere sind dabei ertrunken, heißt es anschließend. Wie groß muß der Wunsch sein, nach Europa zu gelangen. Die Bilder gehen um die Welt, auch per Smartphone zu empfangen, das die meisten der potentiellen Flüchtlinge in ihren Heimatländern besitzen. Sie wissen, was auf sie warten könnte, was ihnen geschehen könnte. Trotzdem riskieren viele weiterhin Kopf und Kragen für die Überfahrt nach Europa.



Freitag, 20.05.16

Tausendmal schon vorbeigelaufen, genauso oft alles gesehen, plötzlich kommt es einem neu vor, wie nie vorher gesehen. Häuser, ein Baum, die Landschaft, völlig fremde Silhouette, kommt sich vor wie ein Tourist.

Donnerstag, 19.05.16

Ein Airbus stürzte ins Mittelmeer. Die Kamera unbarmherzig in den Gesichtern der Wartenden am Flughafen. Man wagt es sich nicht vorzustellen, selbst dort zu warten. Dann die Wetterkarte, angekündigt von der lächelnden Blonden im TV.

Mittwoch, 18.05.16

Sie flogen zum erstenmal mit einem kleinen Flugzeug, niedrige Höhe, wußten noch nicht, daß so ein kleines Flugvehikel sicherer ist als der große Flieger. Wenn dem mal plötzlich der Schub ausgeht, war´s das meistens; die Sportmaschine segelt dann ins Rapsfeld rein, geht meistens  glimpflich ab.



Dienstag, 17.05.16

Alle führen das Wort "Gleichheit" im Munde. Vor allem die etablierten Parteien, die sich darin gegenseitig überbieten. Dabei bedeutet Gleichheit an sich schon Ungerechtigkeit. Muß man aber länger drüber nachdenken. 

Montag, 16.05.16

Seit Jahren Joggen in aller Herrgottsfrühe, wirklich früh, gegen 6:00 aus dem Haus, im Winter mit Lampe. Irgendwann tauchte die Frau auf, dann kam eine zweite Frau dazu, beide mit Hund. Sie sind an jedem Tag anzutreffen. Kein Mann zu Hause? Vor dem Büro? Die Hunde werden älter, langsamer, kennen den Jogger schon lange, kennen sicher seinen Schweißgeruch, kümmern sich nicht um ihn. Man nickt sich zu, ruft einen Gruß bei der Begegnung. Seit Jahren.

Sonntag, 15.05.16

Den Blick nur nach unten, ohne Smartphone, obwohl man ihm/ihr entgegenkommt, oder ins Weite gerichtet, am Entgegenkommenden vorbei. Angst? Abgehobenheit? Im gedanklichen Nirwana?



Samstag, 14.05.16

Er ist Türke, Alevit, kauft Gold und anderen Schmuck auf. Man kommt sich im Laufe der Jahre näher, trinkt schon mal zusammen einen Kaffee im Restaurant nebenan, er bezeichnet den Ungläubigen gegenüber seinem Sohn als Freund. Irgendwann geht´s per Du weiter. Vom türkischen Präsidenten hält er viel, obwohl der mit seiner Volksgruppe nicht gerade zimperlich umspringt.

Freitag, 13.05.16

Vor der Seniorenwohnanlage ist der Rettungswagen ein vertrauter Anblick. Die Alten schieben ihre Rollatoren gleichgültig vorbei an der geöffneten rückwärtigen Wagentür, durch die der uniformierte Sanitäter mit Hilfe des Kollegen die leere Liege zurückschiebt. Zu spät oder alles nicht so schlimm?

Donnerstag, 12.05.16

Der Tiefbraune im Nichtschwimmerbecken entpuppt sich beim nächsten Gespräch unter der Dusche als studierter und promovierter Mathematiker, hat Arbeit in der Stadt, lacht. Stammt aus Angola. Mit dem Schwimmen tut er sich schwer. Will es unbedingt lernen. Am Ende hebt er die Hand, ruft ein "Tschüß" hinterher.



Mittwoch, 11.05.16

Shorts, schwarzhaarige Beine, kurzärmeliges Hemd, schwarzhaarige Arme, fast schon pelzartig, sie halten sich für männlich. Andere tun das eher nicht.

 

Dienstag,10.05.16

Nachrichten sind bereits Meinung. Stimme heben, senken, Vokale und Konsonanten besonders betonen, wo es die Sprecher für opportun halten. Eine Art von gleichzeitiger Kommentierung der gesprochenen Nachrichten.
Beim Erinnern an die Bücherverbrennungen vor 83 Jahren  gerade mal zwanzig Leute im Raum, bei einer Stadt mit 250.000 Einwohnern.

 

Montag, 09.05.16

Der Kampf um die Parkplätze vor der eigenen Haustür. Besonders hart geführt von Garagenbesitzern, vorwiegend ergraut und nicht mehr jeden Tag ins Büro unterwegs. Garagenpflicht wäre nicht schlecht; wer eine hat, muß sie benutzen, sie nicht mit Gerümpel und anderen Sachen füllen. Parkverbot vorm Haus, ein- und aussteigen, be- und entladen erlaubt? Und die Handwerkerautos? Besucher? Zweitautos? Mhm, wohl nicht realisierbar. Trotzdem sind die Kampfparker mit zu viel Zeit eine Plage.



Sonntag, 08.05.16

Tag der Kapitulation. Vor einundsiebzig Jahren. Welches Elend davor, welches Elend danach. Sieben Jahrzehnte erst seitdem vergangen. Außer den öffentlichen Gedenkritualen denkt kaum noch jemand daran. Der Mensch verfügt über ein einzigartiges Verdrängungspotential.

Samstag, 07.05.16

Wer sagt ihnen, daß sie nicht joggen, sondern lieber schwimmen, radfahren oder nur schnell gehen sollten. Tolles Outfit, Trinkflasche am Gürtel, bunt wie ein Papagei, doch übergewichtig, jedenfalls fürs Laufen. Man kann die Uhr danach stellen, wann sie beim Orthopäden auftauchen.

Freitag, 06.05.16

Linksabbieger, ganz vorne, fährt so gerade anderthalb Fahrzeuglängen in die Kreuzung ein, nur einer kann ihm folgen, der Rest der Abbieger muß warten, gelb, rot. Der Gegenverkehr stoppt, nun rollt der Führungswagen in die Kreuzungsmitte und biegt ab. Was treiben eigentlich die Fahrschulen?



Donnerstag, 05.05.16

Gejoggt wird gerne dort, wo die meisten Leute unterwegs sind. Mit vorzüglichem, aufeinander abgestimmten Equipment. Für viele wäre vielleicht Schwimmen oder Radfahren ratsamer.

Mittwoch, 04.05.16

Pressefreiheit sei ein hohes Gut, postulieren sie alle, harsche Kritik an Ländern, in denen das nicht gewährleistet ist. Bei uns herrscht sie? Kein Mainstream? Vielfalt ja, aber vielleicht nur im Detail? Eine Hauptströmung, von der nicht folgenlos abgewichen werden kann bzw. darf? Allianzen von öffentlichen und privaten Medien, die einen zwangsfinanziert, die anderen im Wettbewerb?

Dienstag, 03.05.16

Sie steht kaum zehn Meter weg, dreht den Rücken zu, muß die Haustür hören, die sich öffnet, erst recht die Stimmen auf der Treppe. Sie wendet sich nicht um, steht starr, den Kopf gebeugt über das Smartphone. Minutenlang, geht dann weiter. Nicht von dieser Welt.



Sonntag, 01.05.16

Auto-Kennzeichen sprechen immer noch Bände. Namensskürzel der Besitzer allerorten, quer durch alle Bevölkerungsschichten. Glücklich derjenige, der in einer Stadt wohnt, deren Kennung die Bildung neuer Wörter einräumt, gerne den Namen der Stadt. Das Auto ist dann mehr als ein Gebrauchsgegenstand, um von A nach B zu gelangen. Und dem entspricht auch der Umgang mit dem Auto - und anderen Verkehrsteilnehmern, nicht immer, aber doch oft.